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Große Oper vor nackter Wand: Die große Leistung der Sänger und Musiker lenkte vom etwas schlichten Ambiente ab.

Konzert

Stimmgewaltiger Abend

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Die Ickinger Grundschule ist offensichtlich solide gebaut. Ansonsten hätte das Gebäude am Sonntag Nachmittag bei dem stimmgewaltigen Eröffnungskonzert des diesjährigen Konzertzyklus’ zerbersten müssen. 

Icking – Zur Italienischen Nacht hatte Philipp Amelung, der musikalische Leiter,  mit Unterstützung der ambitionierten Förderer und Sponsoren das Opernstudio der Spielzeit 2016/2017 der Bayerischen Staatsoper gewonnen - quasi die Nachwuchsmannschaft der Nationalelf, wie der Moderator des Abends, Tobias Truniger, mit einem Augenzwinkern im Quervergleich zum Fußball die herausragende Liga der Sänger und Pianisten verdeutlichte. Er war, neben den wirklich beeindruckenden Gesangstalenten aus allen Stimmlagen des Opernfachs sowie den beiden Pianisten, der heimliche Star des Abends. So eloquent und gewitzt ist man in Icking selten durch ein ebenso hochkarätiges wie abwechslungsreiches Arien-Programm geführt worden. Zur Aufführung kamen nur ausgewählte Highlights aus den berühmtesten Opern von Verdi, Puccini, Donizetti und Rossini. Zu jedem Stück lieferte Truniger, seit 2009 musikalischer Leiter des Münchner Operstudios, eine prägnante Zusammenfassung. Klar geht es bei der italienischen Oper um Amore, Dramen und große Gefühle. Das Publikum spendete ihm wie den jungen Sängern und ihren Darbietungen aus La Boheme, Rigoletto, Turandot und dem Barbier von Sevilla immer wieder begeisterten Applaus. Die von den insgesamt acht Nachwuchstalenten gemeinsam gesungene Zugabe „Nessun dorma“ aus Giacomo Puccinis „Turandot“ wird den Besuchern sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Das war Gänsehaut pur! Die Akustik in der Grundschule war, Kritikern zum Trotz tatsächlich akzeptabel. Allein das Ambiente der Aula mit einer nackten Wand im Bühnen-Hintergrund sowie bei einbrechender Dunkelheit eingeschalteten Strahlern, die eine Landebahn ausleuchten könnten, war wenig schmeichelhaft. Ein bisschen so – als würde man einen Michelangelo in einen solide gebauten Krankenhausflur hängen.

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