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Auf wenig Begeisterung stieß die neue Ansicht des Supermarktes. In dieser Form wollte der Bauausschuss den Plan auf keinen Fall genehmigen. (Klick für großes Bild)

Fassadengestaltung sorgt für Aufregung

Supermarkt in Icking: Entsetzen über „Bretterscheune“

Icking – Eigentlich ging es gut voran mit dem Lebensmittelmarkt auf der Maibaumwiese. In der Sitzung des Bauausschusses sorgte nun aber die Fassadengestaltung für Aufregung.

Der Bauausschuss behandelte am Montag den Bauantrag für den Lebensmittelmarkt, der dann im Gemeinderat beschlossen werden soll. Geradezu bestürzt reagierten die Ausschussmitglieder auf die veränderte Fassadengestaltung des geplanten Marktes. „Die Qualität des Standortes ist die wunderbare Aussicht nach Osten, jetzt ist es ein Bretterstadl ohne Fenster“, entsetzte sich Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative). „Wie erklärt es sich, dass jetzt alles ganz anders aussieht?“, erkundigte sie sich fassungslos.

Cornelia Zechmeister, Leiterin des Bauamtes, wies darauf hin, dass vom Gemeinderat eine „Light-Version“ des ursprünglich im „oberbayerischen Bauernhof-Stil“ geplanten Marktes gewünscht worden sei. Dies sei nun das Ergebnis. Zudem gehe sie davon aus, dass auf Fenster verzichtet werde, da die Außenwände für Regale genutzt werden. Die Aussicht genießen könne man vom Backshop aus, wo es eine Glasfassade gebe und man auch außen sitzen könne.

Nipperdey beharrte darauf, dass sie die Mischung aus „Wirtshaus im Zauberwald, Glasgiebel und anschließender Scheune“ für überhaupt nicht gelungen halte. Matthias Ertl (PWG) sah das ähnlich. Auch er erklärte, dass ihm die neue Fassadengestaltung nicht bekannt sei. „Der erste Plan hat mir besser gefallen“, so sein klares Urteil. „Jetzt sieht es aus wie eine Lagerhalle unten in Geretsried.“

Bürgermeisterin Margit Menrad erinnerte daran, dass das für Oberbayern typische Bundwerk an der Fassade vom Gemeinderat bemängelt worden sei. Sie werde mit dem Planer aber besprechen, ob er die ursprüngliche Version bis zur Ratssitzung am kommenden Montag vorlegen könne.

Nipperdey stellte klar, dass sie dennoch keine Empfehlung an den Gemeinderat, das gemeindliche Einvernehmen zu dem Bauantrag zu erteilen, befürworten könne. Sonst heiße es noch, dass der Bauausschuss der vorgelegten Fassadengestaltung zugestimmt habe. Sie erwarte zur nächsten Ratssitzung weitere Varianten zur Fassadengestaltung. Zechmeister gab zu bedenken, dass eine veränderte Fassade Auswirkungen auf das ganze Verfahren haben könnte. Ertl betonte, dass es sich „um das dominierendste Gebäude“ in Icking handle. „Das können wir nicht einfach durchwinken.“

Am Ende konnten sich Mitglieder des Bauauschusses auf einen Beschluss verständigen, nur Nipperdey stimmte dagegen. Demnach sollen, wenn möglich bis zur nächsten Ratssitzung, Varianten zur Fassadengestaltung vorgelegt werden. Der Bauausschuss empfahl dem Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen mit der dann passenden Fassade zu erteilen.

von Yvonne Zuber

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