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Freunde echter Volksmusik treffen sich unter anderem einmal im Jahr beim Benefizkonzert „Zwischen den Jahren“ von Isar-Loisachbote/Geretsrieder Merkur und Tölzer Kurier.

Die Volksmusikseele kocht

"Null Verständnis" für Programmänderung von Bayern 1

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Wolfratshausen - Ab Pfingsten will der Bayerische Rundfunk (BR) alle Volks- und Blasmusiksendungen von Radio Bayern 1 zu BR Heimat verschieben. Dieses Programm ist allerdings nur per Digitalradio zu hören. Es hagelt Kritik.

Mit der Entscheidung „stößt man treuen Hörern, treuen Gebührenzahlern vor den Kopf“, urteilt der Ickinger Hans Dondl. Die Programmänderung sei „sehr, sehr schade“. Der BR habe doch auch einen Bildungsauftrag und dürfe nicht nur den Massengeschmack bedienen. Den aktiven Musikanten und Moderator von Volksmusikveranstaltungen betrifft die Neureglung persönlich nicht: „Ich habe ein Digitalradio“, sagt der 68-Jährige. „Aber viele andere noch nicht.“ Volksmusik ist für den ehemaligen Rektor der Grundschule Schäftlarn „ein Bestandteil unserer Gesamtkultur“. Diesem Umstand müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk Rechnung tragen. Dondl zitiert den Gründer des Salzburger Adventssingens, Tobi Reiser: „Die Menschen sollen nicht nur hören, was sie wollen, sondern auch einmal hören, was sie hören sollen.“

„Das ist eine bodenlose Frechheit“, schimpft Franz Heigl aus Gaißach. Er ist Beisitzer im Bairisch-Alpenländischen Volksmusikverein und hat „null Verständnis“ für die Pläne des BR. Die Volksmusiksendungen auf Bayern 1 dürften „nicht sang- und klanglos eingestellt werden“. Dafür will sich Heigl beim Volksmusikverein stark machen. Dessen Vorsitzender Roman Messerer aus Baiern im Landkreis Ebersberg kündigte am Mittwoch eine Petition an den bayerischen Landtag an.

Ebenfalls „null Verständnis“ für die Entscheidung hat Norbert Weinhuber von den „Tölzer Sängern“. Volksmusik ist für ihn zeitlos schön. „Sie trifft unser Herz und unser Gemüt“, stellt der frühere Schulamtsdirektor fest. Viele BR-Sendungen seien „nur noch Schmarrn“. Weinhuber verweist wie Dondl auf den Bildungsauftrag des BR: „Den vermisse ich in vielerlei Hinsicht.“

Der Ickinger Maximilian Stocker und seine Bekannte Ruth-Maria Frech aus Irschenhausen sind nicht nur sauer, sondern haben gehandelt: Die beiden 24-Jährigen haben eine Online-Petition gestartet. „Natürlich ist Volksmusik nicht jedermanns Sache – aber ich und viele, viele andere hören es gerne“, sagt Stocker. Er hält nichts vom „Einheitsbrei“ im Radio und ist besonders enttäuscht, weil es ein bayerischer Hörfunksender ist, der die Volksmusik offenbar als lästiges Übel betrachtet. Den Hinweis auf die Online-Petition postete Stocker am Mittwoch auch auf der Facebookseite von Bayern 1. „Die haben ihn sofort gelöscht und mich gesperrt“, berichtet der 24-Jährige. „Die Begründung: Mein Post würde gegen ihre Netiquette verstoßen.“ 

Online-Petition

„Leider wird immer weniger Wert auf unsere schöne Kultur gelegt“, schimpft der Ickinger Maximilian Stocker. Der 24-Jährige hat gemeinsam mit der Irschenhauserin Ruth-Maria Frech (24) eine Online-Petition gestartet: „Dass die Volksmusik weiterhin auf Bayern 1 zur gewohnten Zeit zu empfangen ist.“ Denn Volksmusik „ist ein fester Bestandteil der bayerischen Kultur und hat einen Platz in einem frei empfangbaren Radiosender verdient“, begründet Stocker den Vorstoß. Zudem würden viele ältere Volksmusikliebhaber weder über ein Digitalradio noch die Möglichkeit verfügen, BR-Heimat via Internet zu empfangen. Bis Mittwochabend gegen 18 Uhr hatten 747 Personen die Online-Petition (www.openpetition.de unter dem Titel „Gegen die Absetzung der täglichen Volksmusik auf Bayern 1“) unterzeichnet. 

von Carl-Christian Eick und Alois Ostler

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