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Für manche zum Haare raufen: Am heutigen Freitag schreiben die Schüler in Bayern das letzte schriftliche Abitur.

Abitur im Landkreis

Abgerechnet wird zum Schluss

Bad Tölz-Wolfratsshausen – Mathematik, Deutsch und ein Wahlfach: Genau 300 Abiturienten im Nordlandkreis sind im akuten Prüfungsstress. Heute wird die letzte schriftliche Prüfung abgelegt.

Dr. Hermann Deger, Schulleiter in Geretsried

Für genau 300 Gymnasiasten im Nordlandkreis hat der Endspurt begonnen. Die erste schriftliche Abiturprüfung stand am vergangenen Freitag bayernweit in Mathematik an: „Ein Fach, das für die Schüler gut vorzubereiten ist“, sagt Dr. Hermann Deger, Schulleiter des Geretsrieder Gymnasiums. Zwar fanden die Lehrer die Aufgaben in diesem Jahr „ganz schön anspruchsvoll“. Doch von den 138 Abiturienten an seiner Schule habe er keine Beschwerden gehört, dass sie zu schwer gewesen seien.


Am Dienstag ging es mit Deutsch weiter, genau wie Mathe ein Pflichtprüfungsfach für alle Schüler. „Da steht eher die Hoffnung im Vordergrund, dass das richtige Thema drankommt“, so Deger. Was der oder die Einzelne als gutes Thema empfindet, sei individuell verschieden.


Ein bisschen Sorge hatte Deger dieses Jahr die Baustelle der Flüchtlingsunterkünfte gemacht, die genau vor den Fenstern der Prüfungsräume liegt. „Aber die Verantwortlichen haben sofort zugestimmt, an den betreffenden Tagen nur leise Arbeiten im Innenausbau zu verrichten und den Kran nicht zu bewegen.“ Das verhindert, dass die Schüler abgelenkt werden und so einen Nachteil haben.
Besonders viele Abiturienten, nämlich 135, gibt es in diesem Jahr in der Isartalgemeinde Icking. Für Schulleiterin Astrid Barbeau ist es der erste Abschlussjahrgang am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium. Sie freut sich, dass er „sich bis jetzt so gut schlägt und sehr zuverlässig ist“. In den letzten Jahren habe sich der Gesamtnotenschnitt tendenziell immer weiter verbessert: „Es wäre schön, wenn das so weitergeht.“

Die Rektorin des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums: Astrid Barbeau


Ein relativ kleiner Jahrgang mit 27 Schülerinnen und Schülern macht heuer am Gymnasium und Kolleg St. Matthias in Waldram Abitur. Drei davon sind Absolventen des Kollegs, haben also schon eine abgeschlossene Schulausbildung. Bei den Abituraufgaben sieht Schulleiter Claus Pointner seit der Einführung des achtstufigen Gymnasiums einen Trend zu einer „anderen Fragestellung“: Es gehe mittlerweile weniger um reines Wissen, sondern zunehmend um „Recherchekompetenz, Verständnisfragen und solche Sachen“.
Die dritte schriftliche Prüfung findet am Freitag statt.

Der Schulleiter des Waldramer St. Matthias Gymnasium und Kollegs: Claus Pointner

Hier wählen die Zwölftklässler je nach Schule aus einem breiten Fächerangebot. Beliebt sind vor allem Englisch und gesellschaftswissenschaftliche Fächer wie Geschichte oder Geographie, aber auch Musik und Sport. Danach können die Prüflinge erst einmal durchschnaufen: Bis zum Beginn der Kolloquien haben sie drei Wochen Pause: Wegen der dazwischenliegenden Pfingstferien ist das deutlich länger als in den vergangenen Jahren.

In zwei weiteren Fächern müssen die Absolventen ihr Wissen im Anschluss mündlich unter Beweis stellen. Verpflichtend gehört eine Fremdsprache dazu, wenn diese nicht schon schriftlich geprüft wurde. Diejenigen, die ihre Note noch einmal verbessern wollen – oder müssen –, können sich anschließend in einem der drei schriftlichen Fächer mündlich abfragen lassen.


Mindestens 100 von 300 möglichen Punkten müssen die Abiturienten in den Prüfungen insgesamt erreichen. Sie machen ein Drittel der Gesamtnote aus. „Abgerechnet wird am Schluss“, sagt Deger.

Am 24. Juni können die drei Schulleiter dann hoffentlich allen 300 Kandidaten das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife überreichen.

von Clara Wildenrath

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