Mit gebotenem Abstand: Michael Welle vom Arbeitskreis „Schutz vor Elektrosmog“ überreicht die Unterschriftenlisten an Bürgermeisterin Verena Reithmann.
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Mit gebotenem Abstand: Michael Welle vom Arbeitskreis „Schutz vor Elektrosmog“ überreicht die Unterschriftenlisten an Bürgermeisterin Verena Reithmann.

Arbeitskreis „Schutz vor Elektrosmog“

Unterschriften übergeben: 209 Ickinger wollen Bürgerversammlung zu 5G

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Der neue Mobilfunkstandard 5G erhitzt manche Gemüter. In Icking übergab nun ein Arbeitskreis Unterschriften an die Bürgermeisterin und fordert eine Bürgerversammlung.

Icking – Die Meinungen über den neuen Mobilfunkstandard 5G gehen weit auseinander. In der Gemeinde Icking hat nun der Arbeitskreis „Schutz vor Elektrosmog“ innerhalb von sechs Wochen 209 Unterschriften – das entspricht 7,19 Prozent aller Wahlberechtigten – gesammelt, um eine außerordentliche Bürgerversammlung zu dem Thema einzuberufen.

„Ziel ist eine umfassende und objektive Information der Bevölkerung“, erklärt Michael Welle, einer der Vertreter des Arbeitskreises. Referenten beider Seiten, also Gegner und Befürworter von 5G, sollen in der Versammlung ausführlich über Chancen, Risiken und Auswirkungen der neuen Technologie berichten. Nach einer anschließenden Diskussion soll nach dem Wunsch des Arbeitskreises eine Resolution verabschiedet werden, wie sich die Gemeinde künftig konkret verhalten soll. „In Icking fühlen sich viele Bürger nicht ausreichend informiert“, hat Arbeitskreis-Vertreterin Manuela Albert beobachtet. „Und so bilden sich an allen Ecken und Enden Initiativen.“ Durch eine Bürgerversammlung soll dieses Manko ausgeglichen werden.

Michael Welle hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen „viele Gespräche geführt, konstruktive Vorschläge gemacht und auf markante Punkte, wie beispielsweise die Haftungsfrage, hingewiesen“ – auch gegenüber Bürgermeisterin Verena Reithmann. „Es hieß, dass man dieses Thema in der nächsten Sitzung des Gemeinderats ausgiebig erörtern will.“ Doch in der Oktober-Sitzung gab es, wie Manuela Albert bemängelt, „keine Diskussion, sondern nur eine Vorstellung und Abstimmung.“

Dem Arbeitskreis „Schutz vor Elektrosmog ist allerdings auch klar, dass wegen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen in nächster Zeit keine Veranstaltungen in größeren Rahmen stattfinden können. „Wir sind damit einverstanden“, so heißt es in dem Anschreiben an die Bürgermeisterin, „diese zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachzuholen – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde bis zur Entscheidung des Gemeinderates über die in dieser Bürgerversammlung vorgelegte Resolution keine vollendeten Tatsachen schafft.“ Unterschrieben haben den Brief neben Well und Albert auch Anne Wallis-Lange. sh

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