Steigt nun auf das ePaper um: Waltraud Jauß.
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Steigt nun auf das ePaper um: Waltraud Jauß.

TAG DES EHRENAMTS

Viel mehr als ein Hobby: Steffi Seitz lebt für die Feuerwehr, Waltraud Jauß für die Altschützen

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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  • Susanne Weiss
    Susanne Weiss
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Es ist für sie viel mehr als ein Hobby: Steffi Seitz lebt für die Feuerwehr, Waltraud Jauß für die Altschützen. Zum Tag des Ehrenamts erzählen sie, was sie antreibt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Millionen Menschen engagieren sich im Freistaat in ihrer Freizeit für das Wohl der Gemeinschaft. Ob im Verein, bei Rettungsorganisationen oder in Sozialverbänden, ohne den uneigennützigen Einsatz von Ehrenamtlichen würde unsere Gesellschaft anders aussehen. Als kleines Dankeschön hat unsere Zeitung zum Tag des Ehrenamts an diesem Samstag zwei ePaper-Abos unter Besitzern der Bayerischen Ehrenamtskarte verlost. Gewonnen haben Stefanie Seitz und Waltraud Jauß, die wir an dieser Stelle als Beispiel für das vielfältige ehrenamtliche Engagement in der Region vorstellen.

Mit den Freundinnen zur Feuerwehr

Steigen nun auf das ePaper um: Steffi Seitz (li.) mit Tochter Isabella.

Steffi Seitz aus Irschenhausen engagiert sich seit ihrem 15. Lebensjahr für die Feuerwehr Icking. „Zusammen mit zwei weiteren Freundinnen habe ich mich damals entschieden, beizutreten“, erinnert sich die 38-Jährige. „Warum auch nicht? Bei uns im Dorf war es üblich – zumindest für die Jungs.“ Seitz zuckt mit den Schultern. „Und wir Mädels? ,Geht ja gar nicht‘ dachten wir uns damals. Wir gingen alle zusammen in eine Klasse, waren zum Spielen am Nachmittag zusammen.“

Damals, 1997, war es allerdings noch nicht selbstverständlich, dass sich auch Mädchen für dieses Ehrenamt interessieren. Die 38-Jährige lacht. „Sogar in der Zeitung wurde über uns berichtet.“ Seitz machte ihre Ausbildung bis zur Gruppenführerin und übernahm ab 2012 die Verwaltung der Finanzen des Vereins.

Streng genommen hat die Irschenhauserin das Feuerwehr-Gen geerbt. „Onkel, Vater und Großvater – alle waren dabei“, sagt Steffi Seitz. Auch der Ehemann ist Mitglied der Werksfeuerwehr seiner Arbeitsstelle. Tochter Isabella (3) zeigt ebenfalls bereits ein erstes Interesse für die Aufgaben der Wehr. „Wir waren beim Einkaufen, als plötzlich in Icking die Sirene losging“, erzählt Seitz. „Also sind wir schnell aus dem Geschäft raus und haben zugeschaut, wie die Feuerwehr ausgerückt ist. Seitdem erzählt sie mir jedes Mal, wenn wir am Gerätehaus vorbeikommen, wie toll die roten Autos sind.“ Derzeit selbst mit zu den Einsätzen fahren kann die junge Frau allerdings nicht: Baby Nummer zwei hat sich für den Beginn des neuen Jahres angekündigt. Seitz: „Aber dafür habe ich dann zwischendurch mal Zeit, die Zeitung zu lesen.“

Von der Schützenliesl zur Schützenmeisterin

Waltraud Jauß studiert die Nachrichten aus Bad Tölz-Wolfratshausen jeden Tag ausgiebig im Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur, auch wenn ihre Heimatgemeinde Baierbrunn seit der Gebietsreform zum Landkreis München gehört. „Mein Bekanntenkreis ist hauptsächlich im Süden“, sagt die 66-Jährige. Auch, weil die Harfenistin früher bei einer Saitenmusikgruppe in Dietramszell gespielt hat. Und vor allem: Die Altschützen Baierbrunn, deren erste Schützenmeisterin Jauß ist, gehören zum Isar-Loisach-Schützengau Wolfratshausen.

Vor fast 50 Jahren wurde Jauß Mitglied der Altschützen. Damals, mit 17 Jahren, lernte sie ihren Mann bei der Maimusi kennen. Er wurde Schützenkönig und fragte sie, ob sie seine Schützenliesl sein will. Sie wollte und ist seitdem im Verein aktiv – erst als Schriftführerin, dann als zweite Schützenmeisterin und schließlich als erste Schützenmeisterin. Sie gründete sogar einen Spielmannszug, um Jugendliche für den Verein zu begeistern.

Das treibt Jauß an, es ist ihr „Seelenwunsch“. Ihre Tochter habe während ihrer Schulzeit jeden Freitag ein anderes Kind mit zum Schießstand gebracht. „Ein Mädchen war hyperaktiv, und beim Schießen wurde es sehr viel ruhiger“ – durch Atmung und Konzentration, berichtet die 66-Jährige. Der Schützenverein habe nichts mit Geballere zu tun. „Es ist ein Sport zur Konzentration und Körperbeherrschung.“

An den Altschützen Baierbrunn schätzt sie, dass die Mitglieder auf Leistung schießen, aber auch die Geselligkeit funktioniere. „Wir machen Ausflüge, ratschen, lachen und schießen.“ Knapp 200 Mitglieder habe der Verein, darunter 35 Jugendliche. „Organisatorisch gibt es da viel zu tun“, sagt Jauß. Für ihr Engagement wurde sie bereits vielfach geehrt, unter anderem mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Baierbrunn.

sw/sh

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