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Vorläufig wird keine Tafel in Icking darauf hinweisen, wer sich hinter dem Namen Wenz verbirgt. 

Beschluss des Ickinger Gemeinderats

Der Wenzberg bleibt der Wenzberg - vorerst

Der Wenzberg bleibt nach einem Architekten mit nationalsozialistischer Vergangenheit benannt - zumindest vorerst. Eine Entscheidung über die Umbenennung der Straße soll erst fallen, wenn die Aufarbeitung der NS-Zeit in Icking durch einen Arbeitskreis abgeschlossen ist. Das kann aber noch Jahre dauern. 

Icking - Bis der Arbeitskreis zu einem Ergebnis gekommen ist, wird auf dem Straßenschild weiter der Name Wenzberg stehen. Es wird auch keine Infomationstafel angebracht. Das hat der Gemeinderat am Montag nach einer teils hitzigen Diskussion beschlossen. Das heißt: Der bisherige Beschluss wurde umgedreht. Eigentlich sollte erst die Namensfrage um den Wenzberg geklärt, dann alle potenziell verdächtigen Straßennamen in der Isartalgemeinde untersucht und schließlich im Idealfall die gesamte NS-Zeit in Icking aufgearbeitet werden. Jetzt soll erst der Arbeitskreis tagen, und danach soll über die Namensfrage entschieden werden. Die Debatte über den Wenzberg treibt die Gemeinde seit Monaten um.

Auch die Vor- und Nachgeschichte der NS-Zeit wird untersucht

Christian Mielich (SPD) forderte am Montag im Zuge der Diskussion, dass eine Entscheidung über eine historische Aufarbeitung der gesamten NS-Zeit in Icking gefällt wird: "Ich würde gerne ein Zeichen setzen, dass der Nationalsozialismus in dieser Gemeinde endlich aufgearbeitet wird." Eine knappe Mehrheit der Räte votierte schließlich, mit neun zu sieben Stimmen, für einen von Dr. Otto Güllich (Ickinger Initiative) formulierten Antrag. Danach soll "im Rahmen der Untersuchung der Straßennamen die Zeit von der späten Weimarer Republik bis in die 50er Jahre aufgearbeitet werden". Damit folgte man einem Rat der Pöckinger Historiker Marita Krauss und Erich Kasberger, die in ihrem Vortrag in der vergangenen Woche darauf hingewiesen hatten, dass es die Mühe wert ist, auch die Vor- und Nachgeschichte der NS-Zeit in den Blick zu nehmen.

Kasberger und Krauss leiten den Arbeitskreis

Völlig einig war sich der Gemeinderat darin, Krauss und Kasberger mit der Leitung des Arbeitskreises zu betrauen. Bürgermeisterin Margit Menrad hatte zuvor berichtet, dass sie zur Verfügung stehen würden. Auch die Größe und Zusammensetzung des Arbeitskreises soll den Historikern überlassen werden. In Sachen Umbenennung Wenzberg beschlossen die Räte mit einer Gegenstimme (Mielich) schließlich explizit, dass die Entscheidung erst nach Abschluss der Aufarbeitung durch den AK fallen soll. Menrad bilanzierte am Ende des Tagesordnungspunktes erleichtert: "Dann haben wir jetzt einen Fahrplan. Zunächst die gesamte historische Aufarbeitung, dann die Entscheidung." Yvonne Zuber

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