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Geschosswohnungsbau auf dem Land? Nach den Worten von Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller werden auch die Gemeinden diese Kröte schlucken müssen.

Diskussionsabend von JU und CSU 

Wohnungsmangel geht alle an

Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, das ist auch in Icking ein großes Thema. Zu einer Diskussionsveranstaltung hatten deshalb der Kreis- und Ortsverband der Jungen Union (JU) sowie der CSU-Ortsverband am Mittwoch eingeladen.

Icking Es war eine lebhafte und konstruktive Diskussion. Spannend machten den Abend die unterschiedlichen Blickwinkel auf das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“. Neben Ickings Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI), dem ehemaligen Vorsitzenden der Baugenossenschaft Wolfratshausen, Paul Brauner, dem CSU-Gemeinderat Dr. Christoph Preuss und dem JU-Kreisvorsitzenden Andreas Ofenbeck nahm auch der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller an der Runde teil. Zudem beteiligten sich Ickinger Bürger und Vertreter anderer Gruppierungen und Parteien.

„Das Thema beschäftigt uns schon seit Jahren.“

„Wir werden heute mit dieser Veranstaltung reichlich wenig bewirken“, eröffnete Paul Brauner provokant seinen Vortrag. „Das Thema beschäftigt uns schon seit Jahren.“ Warum Wohnungen fehlen, obgleich viel gebaut wird, erklärte er unter anderem damit, dass es nur in den großen Kommunen im Landkreis öffentlich geförderten Wohnungsbau gebe. Durch Singles und Alleinerziehende steige die Zahl der Haushalte stärker als die Bevölkerung. Auch hätten sich die Wohnverhältnisse geändert. Die Kommunen könnten etwas tun, wenn sie beispielsweise Grundstücke für den öffentlich geförderten Wohnungsbau baureif machen. Brauner sprach von einer „Win-Win-Situation“, wenn eine Teilfläche eines Grundstücks baureif gemacht wird und ein Teil für den sozialen Wohnungsbau genutzt wird.

„Genau dieses Modell haben wir bei der Huberwiese versucht“, warf Claudia Roederstein (UBI) ein. „Dieser Zug ist abgefahren“, stellte Bürgermeister Menrad klar. Wie berichtet scheiterte das Vorhaben in einem Bürgerentscheid. Laut Menred ist es das Problem der Gemeinde, dass sie nicht über die erforderlichen großen Grundstücke verfügt.

Bügermeister Michael Müller prognostiziert Geschosswohnungbau auf dem Land

Alfred von Hofacker verwies auf den Ickinger Dauerbrenner, das vor Gericht gescheiterte Einheimischenmodell am Schäftlarner Weg. Er riet dazu, noch einmal darüber nachzudenken und mit einem Bebauungsplan mit sozialem Wohnungsbau aufzuwarten. „Es ist kein Nein für immer“, glaubt Hofacker. Rathauschefin Menrad zeigte sich angesichts des Gerichtsurteils eher skeptisch.

Ein Bürger schlug vor, Einfamilienhäuser auch für drei Wohneinheiten freizugeben, was bautechnisch kein Problem wäre. Hier sei ein Umdenken gefragt. Ein Ickinger gab zu bedenken, dass insgesamt eine breitere „Mitmach- und Verständnisstimmung“ in der Bevölkerung nötig wäre.

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller erklärte, dass das Problem des fehlenden bezahlbaren Wohnraums inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Bislang seien die Städte für den sozialen Wohnungsbau zuständig gewesen. „Aber auch die Gemeinden werden die Kröte mit dem Geschosswohnungsbau schlucken müssen“, sagte Müller. Bei der Bevölkerung sei dies jedoch noch nicht angekommen.

„Ich gehe heute hochzufrieden nach Hause“, bilanzierte Alfred von Hofacker am Ende des Abends. „Alle Diskussionsbeiträge in dieser Runde haben gezeigt, dass wir es hier mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun haben, das wir nur gemeinsam lösen können. Wir sind alle gefordert, auch der Gesetzgeber.“

Yvonne Zuber

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