Dominique und Kevin Montelli mit ihrem Neffen Ricardo.
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Trauriger Clown: Dominique und Kevin Montelli mit ihrem Neffen Ricardo, der wenigsten für das Pressefoto kurz in sein Kostüm springen wollte: Dem 13-jährigen Clown gelingt trotzdem nur ein trauriges Lächeln.

„Es treibt einem die Tränen in die Augen“

Zirkus Montelli strandet in Icking - Angst vor Verlängerung des Lockdowns

  • Bettina Sewald
    vonBettina Sewald
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Familie Montelli ist mit ihrem Zirkus in Icking gestrandet. Der Lockdown fällt in die eigentlich beste Spielzeit - dabei bräuchte die Familie die Einnahmen dringend.

Icking – „Eigentlich sind die schönen Herbsttage unsere beste Zeit“, sagt Dominique Montelli. Doch nun bleibt in diesem für den Zirkus ohnehin schwierigen Jahr wieder die Manege, und damit auch die Kasse leer. Dabei bräuchte Familie Montelli die Einnahmen dringend, um mit ihrer Tierherde, jeweils zwei Lamas und Ziegen sowie ein Pony, ein Esel und ein Muli, gut über den bevorstehenden Winter zu kommen.

Dominique Montelli ist trotzdem gefasst: „Mein Mitgefühl gilt allen, die so eine schwere Zeit durchmachen.“ Die Zirkusfamilie ist dankbar, dass sie auf der sogenannten Huber-Wiese stranden konnte. „Der Zirkus darf unsererseits gerne solange bleiben, wie es nötig ist und wie es die Witterung zulässt“, sagt Besitzerin Lisa Huber. Noch ist saftiges Gras vorhanden, das die Zirkus-Tiere nach und nach abgrasen können.

Für Dominique Montelli ist es keine Selbstverständlichkeit, dass sie ihr Lager auf der Huber-Wiese aufschlagen durfte. „Die anderen Plätze, auf die wir in Icking wollten, wurden uns alle abgesagt. Wir sind echt dankbar, dass wir bleiben dürfen“, sagt die 35-Jährige. Unterstützt wird die Zirkusfamilie, die seit 2015 jedes Jahr in Icking Station macht, auch von den Nachbarn. Sie versorgen die Zirkusleute mit Wasser und Strom. Darüber hinaus hat es über die Facebook-Seite „Icking online“ bereits einen Spendenaufruf gegeben, und im Ickinger Rewe steht eine Spendenbox.

Doch bislang reicht es für die bevorstehenden Monate noch lange nicht. „Nach dem ersten Lockdown sind viel weniger Besucher gekommen, und wir haben gar keine Rücklagen bilden können“, berichtet Montelli. In ihrer misslichen Lage hilft Unterstützung jedweder Art, ob in Form von Geld oder Tierfutter. „Unsere Tiere fressen sehr gerne Karotten, Pferdemüsli oder Heu“, so die 35-Jährige. Ehemann Kevin Montelli freut sich mit seinem Neffen Ricardo (13) über Hinweise. Die beiden sind gerne bereit (Futter-)Spenden abzuholen.

Dominique Montellis große Angst ist, dass der Lockdown über den November hinaus verlängert wird. „Im März waren es auch statt vier Wochen letztlich fast vier Monate, bis wir Mitte Juli wieder spielen durften“, erinnert sie sich. Momentan wisse sie nicht, wo ihr der Kopf stehe: „Es treibt einem schon die Tränen in die Augen, weil die goldenen Herbsttage eigentlich unser bestes Geschäft sind.“

Info

Hilfsangebote werden unter Telefon 01 74/4 01 66 43 entgegengenommen. Wer an den Zirkus Geld spenden möchte, kann das unter dieser Bankverbindung: IBAN DE 49 60 01 00 70 07 12 51 77 03.

ina

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