Bahn erklärt Überwachungssystem

Nach Zugunglück: Ist die eingleisige S7-Strecke sicher?

Wolfratshausen – Wie sicher ist die S7-Strecke zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth. Die Trasse verläuft dort eingleisig. Die Bahn erklärt die Sicherheitsvorkehrungen.

Das Zugunglück in Bad Aibling hat sich auf einer eingleisigen Bahnstrecke ereignet. Auch der S-Bahn-Verkehr der Linie S 7 wird teilweise auf nur einem Gleis abgewickelt. Der entsprechende Streckenabschnitt zwischen der Endhaltestelle Wolfratshausen und dem Bahnhof Höllriegelskreuth ist 17 Kilometer lang. Mehrere Bahnhöfe, zum Beispiel in Baierbrunn, Ebenhausen-Schäftlarn und Icking sind dafür zweigleisig ausgebaut, damit entgegenkommende S-Bahnen aufeinander warten können. Auf dem anderen Außenast, zwischen München-Giesing und dem Endhalt Kreuzstraße, sind es sogar knapp 26 Kilometer.

Zum Schutz vor Unfällen ist laut einer Bahnsprecherin auf der Strecke der S 7 wie auf allen Zugstrecken in Bayern ein Sicherheitssystem installiert: die so genannte Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB). Am Gleis sowie an den Zügen sind magnetische Senoren angebracht. Sie registrieren, wenn ein Haltesignal überfahren wird, so dass automatisch eine Bremsung eingeleitet werden kann. Außerdem überwacht das System laut Bahn alle Punkte, an denen Züge ihre Geschwindigkeit um mehr als 20 Prozent drosseln müssen, zum Beispiel vor engen Kurven. Sind die Waggons zu schnell, werden sie gebremst.

„Die Bahn ist eines der sichersten Verkehrsmittel“, betont die Bahnsprecherin im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei der Sicherheit werde nicht zwischen eingleisigen und mehrgleisigen Strecken unterschnitten. „Deshalb ist auch die Aussage, eingleisige Strecken seien weniger gesichert, nicht richtig.“ Die Hälfte des bayerischen Schienennetzes, das insgesamt rund 6000 Kilometer umfasst, sei eingleisig. Warum am Dienstag trotz des PZB-Systems die zwei Meridian-Züge zusammenstoßen konnten, wird zur Zeit ermittelt.

dor

Rubriklistenbild: © dpa

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