Streitthema Huberwiese

Zurück zur Sachlichkeit

Icking - Planänderung: Während ihres Dorfgesprächs kommt die Unabhängige Bürgerliste Icking (UBI) nicht am Thema Huberwiese vorbei. 

Huberwiese und kein Ende: Eigentlich sollte das aktuelle „Dorfgespräch“ der Unabhängigen Bürgerliste Icking (UBI) den demografischen Wandel zum Thema haben. Doch die Fragen zur Altersstruktur unseres Landes müssen derzeit zurückstehen hinter dem Thema Nummer eins: der Huberwiese und der Möglichkeit, dass sie bebaut wird. Jedenfalls sind es solche Szenarien oder „Drohkulissen“, wie in großen Lettern auf der Leinwand im Vereineheim in Dorfen zu lesen war, die die UBI dazu bewogen hat, sich des Themas „Bürgerentscheid Wiese am Egartsteig“ anzunehmen.

Rund 90 Ickinger waren der Einladung von Unabhängiger Bürgerliste (UBI), Parteifreier Wählergemeinschaft (PWG) und CSU gefolgt. Sie machten Stefan Schneider, dem stellvertretenden UBI-Vorsitzenden, die Freude und führten eine Diskussion, die sachlich ablief – und eben nicht polemisch, wie das bei der Bürgereversammlung der Fall war.

Schneider stellte kurz und bündig den Standpunkt der UBI dar, indem er sagte: „Wir haben schon im Mai 2015 beantragt, im Rahmen einer Bürgerwerkstatt über Ankauf Nutzung des Grundstücks am Egartsteig zu diskutieren.“ Und er wies auf mögliche Konsequenzen eines abgelehnten Bürgerentscheids hin. Das Kreuzchen bei „Nein“ zu machen heiße: „Die Gemeinde kauft einen Grundstückanteil als Vorratsfläche für die Erfüllung gemeindlicher Pflichtaufgaben. Auf dem Rest erhält der Eigentümer Baurecht, das die Gemeinde in einem Bebauungsplan festlegt. Der schreibt für die diskutierte Fläche seit 1997 eine landwirtschaftliche Nutzung vor.

Warum das so ist, erklärte Dr. Peter Schweiger. „Man hat den damaligen Eigentümer quasi enteignet“, erläuterte der Zweite Bürgermeister. Man habe ein Grundstück, das rechtmäßig bebaubar war, einfach zurückgestuft und das in einem langen Verfahren letztlich auch durchgesetzt. „Die Aktenlage sagt das im Wesentlichen aus.“

Widerspruch erntete Schweiger von Vigdis Nipperdey, die sich bis zum Ende der Veranstaltung Zeit ließ, um darauf hinzuweisen, das es ihren Recherchen zufolge ein Baurecht nie gegeben habe. „Die Fläche war als Baufläche ausgewiesen. Aber das ist eine Absichtserklärung, daraus entsteht kein Baurecht. Erst der Bebauungsplan schafft Baurecht.“

Heinz Flaucher monierte die „Ratz-Fatz-Entscheidung“ des Gemeinderats. „Ich hätte schon gedacht, dass die Gemeinde sich vor so einem Vorhaben präzisere Gedanken macht.“

Diesem Vorwurf mochte sich die UBI nicht aussetzen. „Für uns war das kein Schnellschuss“, so Verena Reithmann, die das Vorgehen des Gemeinderats verteidigte. An Ideen und Anregungen, wie mit dem Grundstück verfahren werden könnte, mangelte es nicht. Ein mehrfach geäußerter Vorschlag, die Gemeinde solle gleich das ganze Grundstück kaufen und in Ruhe überlegen, was man damit mache, wird nicht zu realisieren sein. „Definitiv nicht“, erklärte Grundstückseigentümer Stephan Huber und machte so deutlich, dass er einen Teil der Fläche in jedem Fall für seine Familie behalten wolle.

Eine Ickingerin regte an, „im Sinne der Erfüllung gemeindlicher Aufgaben“ die Wiese in einen Gemeinde-Mittelpunkt mit Café und weiteren Angeboten umzuwandeln. „Leben ist Fluss, alles bewegt sich“, so ihre Devise. „Wo ist das Problem?“

Martin Schlickenrieder gab zu bedenken: „Wenn es keine Landwirte gäbe, die Grund verkaufen, tät keiner von uns hier sitzen.“ Er kritisierte die „Ich-hab-gebaut-und-jetzt-brauchts-nix-mehr“-Mentalität mancher Bewohner. Er halte es jedenfalls für einen Fehler, wenn die Gemeinde so ein gutes Angebot wie im Fall der Huberwiese kriegt – „und nicht zuschlägt.“

Rudi Stallein

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