Mit vielen guten Ratschlägen entlassen wurden die ehemaligen Schüler der zehnten Klassen an der Wolfratshauser Realschule. foto: sabine hermsdorf

Mit ihnen geht auch der Rektor

Wolfratshausen - Schwatzen und schwänzen war für die Zehntklässler der Realschule sowieso nicht mehr drin. Höchstens schwitzen - denn für ihren Abschluss war Büffeln angesagt. Am Freitag bekamen sie ihre Zeugnisse verliehen.

Einen „kurzen, guten Rat“ gab Ludwig Gollwitzer den Schulabgängern mit auf den Weg: „Egal, was ihr tut: Lebt euer Leben und freut euch jeden Tag, wenn ihr aufwachen dürft und in die Arbeit oder in die Schule gehen könnt.“ Noch etwas war dem Kulturreferenten wichtig: „Macht euren Mund auf, nicht frech, aber ehrlich, und helft den Schwächeren.“

Ob sie Gollwitzers Worte in Zukunft beherzigen, bleibt jedem der Absolventen selbst überlassen. Alles in allem dürfte seine Botschaft aber angekommen sein. Denn gute Ratschläge gab es - wie bei jeder Abschlussfeier - einige während der dreistündigen Veranstaltung in der Realschul-Aula. Elternbeirats-Vorsitzender Rupert Frank etwa legte den Schulabgängern nahe, zu schauen, dass der „Draht nach oben nicht reißt. Das tut gut, wenn man der Hilfe vertraut“.

Weinen musste zwar niemand, als die Schulband - passend zur Abschiedsstimmung - das Lied „Cryin“ von Aerosmith vorsang. Dennoch hatten die Absolventen wohl eine überwiegend schöne Zeit an der Realschule. „Jeder von uns hat positive und negative Erinnerungen“, fasste Schülersprecher Stefan Huschka (10 d) zusammen. Zum Schluss aber hätten sich alle dasselbe gewünscht: „Das Kapitel Realschule endlich beenden.“ Bevor er das Rednerpult räumte, musste Huschka, an die Lehrer gewandt, noch etwas loswerden: „Sie haben viele Nerven mit uns verbraucht. Das tut mir Leid. Aber jetzt haben Sie’s ja geschafft.“

Geschafft hat es auch Realschul-Rektor Georg Beck: Für ihn war es die letzte Abschlussfeier, nach diesem Schuljahr geht er in den Ruhestand. „Ich habe hier interessierte, junge Menschen kennengelernt, die aktiv mitarbeiten und sich einbringen“, sagte Beck. Nun gelte es, Verantwortung zu übernehmen. „Wer das tut, kommt manchmal nicht ungeschoren davon. Lasst euch davon nicht entmutigen, aber hinterfragt auch eure Position.“ Im Anschluss an die Zeugnisverleihung ehrte der Rektor diejenigen, die besonders gut abgeschnitten hatten. Schulbeste war Martina Heinrich mit einem Schnitt von 1,45. (cb)

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