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Das Projekt „Familienpaten“ wurde auf die Gemeinden Egling, Icking und Münsing ausgeweitet. Auch Eurasburg ist dabei, aber die Leute wollen nicht recht.

Im Gespräch mit Maria Urban

Familienpaten: „Einer oder zwei würden für den Anfang reichen“

Am 1. Februar wurde das erfolgreiche Projekt „Familienpaten“ ausgeweitet auf die Gemeinden Egling, Icking und Münsing. Auch Eurasburg beteiligt sich. Doch im Loisach-Dorf zieren sich die Leute, wie Maria Urban feststellen musste.

Eurasburg –  Im Interview mit unserem Mitarbeiter Rudi Stallein wirbt die Familienbeauftragte der Gemeinde für eine aktive Beteiligung der Eurasburger und Beuerberger an dem Projekt.

Frau Urban, woran liegt es denn, dass sich bisher niemand für den Job als Pate interessiert hat?

Eine Ursache könnte sein, dass die Leute sich in einer kleinen Gemeinde zu gut kennen und ihre Probleme nicht vor den Nachbarn ausbreiten wollen. Vielleicht meldet sich deswegen niemand. Aber es ist ja kein Muss, im eigenen Ort zu helfen. Man kann ja auch Familien in Nachbargemeinden unterstützen.

Was muss denn ein Familienpate mitbringen?

Maria Urban Familienbeauftragte von Eurasburg.  

Nein, bestimmte Fähigkeiten muss derjenige nicht haben. Einen Hochschulabschluss braucht’s auch nicht. Die Person sollte charakterfest sein, freundlich und sozial eingestellt. Verschwiegen sollte sie natürlich sein, alltagskompetent, vernünftig. Ganz normal eben (lacht).

Und was genau muss ein Familienpate machen?

Die Familie etwas entlasten. Also nicht putzen oder die Wäsche machen, sondern mal mit den Kindern etwas unternehmen. Einfach miteinander reden bringt auch schon viel. Ein Beispiel: Da ist eine alleinerziehende Mutter mit Sohn, sie muss arbeiten, da könnte ein Mann quasi wie ein Freund der Familie mit dem Jungen Fußball spielen oder ähnliches.

Und im Idealfall wäre das dann auch ein alleinstehender Mann, oder?

Nein (lacht). Eine Partnervermittlung ist das ja nicht. Ich denke da eher an einen rüstigen Opa.

Entstehen den Paten eigentlich Kosten, oder werden sie für ihren Einsatz bezahlt?

Nein. Die Ausbildung, die gerade angefangen hat, wird den Leuten bezahlt. Für die Zeit, die sie in der Familie verbringen, das sind in der Woche so zwei, drei Stunden, bekommen sie kein Geld. Ausgaben etwa für Freizeitunternehmungen werden aber erstattet.

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Suche...

Ich bin zuversichtlich. In anderen Gemeinden funktioniert es doch auch. Warum sollte es bei uns nicht funktionieren? Ein oder zwei Familienpaten würden ja erst mal reichen. Wenn es erst mal angefangen hat, wird’s auch ein Erfolg werden. Zwar hat bisher auch noch niemand Bedarf angemeldet. Aber die Nachfrage würde bei den vielen Alleinerziehenden, die inzwischen auch in unserer Gemeinde leben, sicher schnell kommen.

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