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Von der Waldorf-Pädagogik überzeugt: (v. li.) Schulleiter Dr. Ingo Christians und Geschäftsführer Peter Gebert mit Tine Sprandel, Claudia Klepper und Willi Hacker, Eltern der ersten Stunde. 

Zehn Jahre Freie Waldorfschule Isartal 

In der alten Polizei fing alles an

Die Geschichte der Freien Waldorfschule Isartal reicht eigentlich über 40 Jahre zurück. Eine eigene Schule betreiben die in einer Genossenschaft organisierten Lehrer, Eltern und Mitarbeiter seit zehn Jahren – zuerst in Wolfratshausen und seit 2015 in Geretsried. Mitstreiter der ersten Stunde erinnern sich.

Geretsried – Anhänger der Waldorf-Pädagogik nach Rudolf Steiner gab es im nördlichen Landkreis und im Isartal bereits vor 40 Jahren. Ihnen ist die Entstehung der Freien Waldorfschule in Ismaning zu verdanken. Zu den Gründern der Schule in Wolfratshausen im Jahr 2007 zählten Ina und Hubert Ullmann. Heute besuchen ihre Enkelkinder die Einrichtung in Geretsried.

Erinnerung an die Anfänge

Vorsitzende des Schulfördervereins und engagierte Mitinitiatorin war damals Tine Sprandel. Sie erinnert sich an die Anfänge: „Wir waren so glücklich, mit der alten Polizeiinspektion am Untermarkt eine Bleibe gefunden zu haben. Alle Eltern packten mit an beim Umbau. Als die Räume fertig waren, holten wir uns die Lehrer.“ Nele Böhm und Susanne Dyle unterrichteten zunächst 26 Kinder in zwei Klassen – die Mindestanzahl, um als Schulträger von der Regierung von Oberbayern anerkannt zu werden. „Insgesamt gab es fünf Lehrer. Waren mal zwei auf einmal krank, stellte uns das schon vor Probleme“, erinnert sich Claudia Klepper, Mutter einer Tochter, die heute die achte Klasse besucht. 

Schülerzahl stieg beständig

Im dritten Jahr nach der Gründung wurde eine Mittagsbetreuung eingeführt, im rückwärtigen Teil des Gebäudes ein Pavillon angebaut. Da die Schülerzahl beständig stieg, musste ein zweiter Standort in Wolfratshausen eingerichtet werden. Das war zunächst die damalige Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße, danach ein Containergebäude an der Königsdorfer Straße. „Die zwei Standorte bedeuteten einen enormen Kraftakt für die Lehrer“, sagt Tine Sprandel. Beide Schulhäuser wurden schließlich zu eng, so dass die Mitglieder der Genossenschaft nach einer endgültigen Lösung suchen mussten.

In Geretsried fühlen sich die Schüler heute sehr wohl

2013 gab es neun Klassen mit 195 Schülern, vier davon waren im Container untergebracht. Ziel war eine Schule von der ersten bis zur 13. Abiturklasse anbieten zu können. „Eigentlich wollten wir nicht weg aus Wolfratshausen“, erzählt Willi Hacker, ein Vater der ersten Stunde. Doch dann bot sich das von dem Pharmaunternehmen Mucos aufgegebene, dreistöckige Gebäude am Malvenweg in Geretsried mit rund 6000 Quadratmetern Fläche in Geretsried an. „Ich konnte mir anfangs überhaupt nicht vorstellen, dass unsere Kinder dort einziehen sollten“, sagt Claudia Klepper. Ihre Tochter fühlt sich heute pudelwohl. Eine wunderschöne Pegasus-Figur aus Holz, die sie als praktische Arbeit in der achten Klasse angefertigt hat, schmückt die Theaterhalle.

Eltern, Lehrer und Schüler erbrachten enorme Eigenleistung

Wieder erbrachten die Eltern, Lehrer und älteren Schüler enorme Eigenleistung. Innerhalb eines halben Jahres – von Januar 2015 bis zum Umzug am 6. Juli 2015 – rissen sie Böden und Wände heraus, bauten Brandschutztüren ein, verlegten Kabel, strichen die Klassenzimmer in warmen Farben, gestalteten die Pausenhöfe und richteten eine Mensa ein. Insgesamt steckt in der Privatschule Elternarbeit im Wert von fast einer halben Million Euro. „Wir mussten aus den Containern raus. Es war ein richtiger Krimi, ob wir es rechtzeitig schaffen würden“, erinnert sich Geschäftsführer Peter Gebert.

Umbau noch nicht ganz abgeschlossen

Ganz abgeschlossen ist der Umbau noch nicht. Es fehlen noch Fachräume für die mittlerweile 238 Schüler, insbesondere eine größere Werkstatt, und der Theatersaal soll schöner werden. Einige Eltern habe man auf dem mühsamen Weg zum eigenen Domizil verloren, sagt Tine Sprandel. Doch in den vergangenen zwei Jahren seien dafür immer mehr hinzugekommen. Zach Davis ist einer von ihnen. Seine Kinder haben von staatlichen Schulen auf die Freie Waldorfschule gewechselt. Warum, fasst der Geretsrieder in einem Satz zusammen: „Am Gymnasium fragen sich die Lehrer: Wie kriege ich den Stoff durchgeprügelt. Hier fragen sie sich: Wie kann ich den Unterricht spannend gestalten.“

Von Tanja Lühr


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