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Rund 250 Besucher kamen zum Info-Abend in die Aula des Schulzentrums, den Altbürgermeisterin Cornelia Irmer moderierte. 

Info-Abend am Schulzentrum 

Asylunterkunft: Verantwortliche werben um Vertrauen

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Weitgehend sachlich verlief der Info-Abend zur Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum. Ein 14-köpfiges Podium hatten Gymnasium, Real- und Mittelschule aufgeboten. Rund 250 Besuchern kamen in die Aula. Nur einmal gingen die Emotionen hoch – als das Wort Minirock fiel.

Geretsried – Altbürgermeisterin Cornelia Irmer hatte die Moderation des Abends übernommen. „Wir wollen ganz sachlich bleiben und informieren“, sagte sie gleich zu Beginn. Sie berichtete, wie viele Asylbewerber im Landkreis (1812) und in Geretsried (265) leben und wie diese betreut werden. Sie erklärte auch, was diese Menschen neben einer Unterkunft an finanzieller Unterstützung bekommen, nämlich 320,14 Euro im Monat. „Klar, sie haben eine Wohnung“, sagte Irmer. „Aber mit 320 Euro einen ganzen Monat das Leben bestreiten, wird nicht jedem von uns gelingen.“

Sicherheitsdienst kommt

Im Anschluss wurden alle schriftlich eingereichten Fragen nacheinander beantwortet. Als die Frage nach einem Sicherheitsdienst kam, hatte Regierungsdirektor Ulrich Stemmler gute Neuigkeiten: „Geretsried wird einen Sicherheitsdienst bekommen“, sagte er. Das hatte die Regierung von Oberbayern erst wenige Stunden zuvor auf Anraten der Polizei entschieden. Die Politiker auf dem Podium begrüßten dies ausdrücklich. Vertreten waren Bürgermeister Michael Müller, Landrat Josef Niedermaier, die Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber (CSU) und Florian Streibl (FW) sowie in Vertretung des Abgeordneten Florian von Brunn (SPD) Reiner Berchtold. Vor allem Bachhuber hatte sich in einem „Brandbrief“ an die Staatsregierung für einen Sicherheitsdienst eingesetzt. Alle betonten, wie wichtig es sei, jemand vor Ort zu haben, der die Menschen kennt und mögliche Konflikte schon im Keim ersticken kann. Landrat Niedermaier spricht deshalb auch lieber von einem „Kümmerer“ im Haus. „Sicherheit wird durch Präsenz gewährleistet“, sagte er, „und nicht durch einen Bodyguard, der draußen steht.“

Für einen Moment kochten die Emotionen hoch

Außerhalb der Unterkunft ist die Polizei für die Sicherheit zuständig. Der Geretsrieder Dienststellenleiter Walter Siegmund versicherte, man werde die Situation „im Auge behalten“ und vermehrt Streife fahren. Er verstehe die Ängste und Sorgen der Eltern, erklärte der Polizeichef – gerade nach den Ereignissen in der Silvesternacht von Köln. Es seien aber auch die Eltern gefordert, ihren Töchtern zu sagen, „sich nicht im Minirock vor jungen Männern zu zeigen.“ An dieser Stelle kochten für einen Moment die Emotionen hoch. „Wir haben wahnsinnig Angst um unsere Töchter“, sagte eine Mutter. „Wir wollen sie nicht mit Kopftuch in die Schule schicken.“ Das verlange auch niemand, stellte Siegmund klar. Die Mädchen sollten sich „ganz normal verhalten“, aber auch wissen, wann sie Nein sagen müssen. Moderatorin Irmer ergänzte: „Es wird von keiner Frau verlangt, keinen Minirock zu tragen.“ Vielmehr gehe es darum, den Mädchen zu vermitteln, wie sie mit Männern umgehen, die sie anbaggern – ganz egal, welcher Herkunft. „Als Mädchen muss man wissen, wie man Distanz wahrt.“ Das sei schon immer so gewesen. Auch die Diskussion über allzu freizügige Kleidung an der Schule gab es schon immer, erinnerte Realschulleiter Christian Zingler. Er gab den Rat eines Kollegen weiter: „Am besten kleidet man sich so, wie man in den Beruf gehen würde.“

Verhaltenstraining für Schüler und Asylbewerber

Die Politiker auf dem Podium würdigten am Mittwoch, wie sachlich und sensibel die Schulen mit der neuen Situation umgehen. Dennoch spürte man vor allem bei den Elternbeiräten eine gewisse Verunsicherung. „Das sind schon extreme Verhältnisse“, kommentierte Dr. Michael Pauli, Elterbeiratsvorsitzender am Gymnasium, die Nähe zur Unterkunft. Er regte eine Art Verhaltenstraining für die Schüler an. Sein Kollege Toni Lenhart hält es für sinnvoll, solche Schulungen für die Asylbewerber anzubieten. „Das ist schon Teil der Asylsozialberatung“, erklärte dazu Regierungsdirektor Stemmler. Die Kurse seien nicht nur verpflichtend, sie würden von den Flüchtlingen auch stark nachgefragt.

Asyl-Koordinatorin: „Bisher läuft es ganz gut“

Die Asylbewerberunterkunft am Schulzentrum ist die dritte in Geretsried. Auf die Frage von Moderatorin Irmer nach den bisherigen Erfahrungen antwortete Suzan Jarrar, Asyl-Koordinatorin der Stadt: „Bisher läuft es ganz gut.“ Nach ihren Worten leben die Menschen „ganz normal“ miteinander, aber eben unter erschwerten Bedingungen. Jarrar rief die Eltern dazu auf, sich dem Helferkreis anzuschließen: „Fremde, deren Leben man kennenlernt, können auch Freunde werden.“

Mitarbeitern und Asylbewerbern eine Chance geben

Ganz am Ende meldete sich Rainer Gramann von der European Homecare zu Wort. Das Unternehmen betreibt rund 200 Asylbewerberunterkünfte in Deutschland und etwa 40 in Bayern, darunter auch die am Geretsrieder Schulzentrum. Als dortiger Verwaltungsleiter warb Gramann um Vertrauen in ihre Arbeit („Sie können sich auf uns verlassen“) und darum, den Mitarbeitern sowie den Menschen, die zu uns kommen, eine Chance zu geben. Er lud die Versammelten ein, die Einrichtung zu besuchen. Gramann: „Sie werden sich wundern, wie viele nette Menschen aller Herren Länder es gibt – und wie viel Leid sie erfahren haben.“

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