Von einer erfolgreichen Sanierung des Unternehmens Titan spricht Insolvenzverwalter Thomas Klöckner. Foto: wos

Investor gefunden: Titan ist gerettet

Gelting/Penzberg - Der Koffer-Hersteller Titan ist offenbar gerettet. Ein Investor will in das Unternehmen einsteigen. Die rund 100 Arbeitsplätze bleiben bestehen. Das teilte der Insolvenzverwalter mit. Das Unternehmen war vor mehreren Monaten in finanzielle Schieflage geraten.

Rechtsanwalt Thomas Klöckner teilte am Mittwochabend mit, dass Dr. Joachim Bode als Investor in den Penzberger Betrieb einsteigen werde. Der Unternehmer übernehme das Titan-Kofferwerk schon zum 1. September, erklärte Insolvenzverwalter Klöckner. Joachim Bode wolle weiterhin in Deutschland produzieren. „Damit ist Titan mit rund 100 Arbeitsplätzen gerettet“, so Thomas Klöckner. Die Mitarbeiter sind am Firmensitz im Penzberger Industrie- und Gewerbegebiet Nonnenwald und in der Produktionsstätte in Gelting beschäftigt.

Bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren war es Klöckner gelungen, den Geschäftsbetrieb von Titan, der nahezu zum Erliegen gekommen war, wieder aufzunehmen und zu stabilisieren. Er habe außerdem in den vergangenen Monaten mit seinem Team die „Fehler der Vergangenheit aufgedeckt und notwendige Sanierungsmaßnahmen eingeleitet“, erklärte der Rechtsanwalt, ohne auf Details einzugehen.

Der bisherige Titan-Inhaber Thomas Wagner hatte im vergangenen April wegen Zahlungsunfähigkeit der Firma einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsführer hatte damals erklärt, dass die Probleme auf das Jahr 2010 zurückgehen würden: Nach der Verlagerung der Hartschalen-Produktion von China nach Gelting habe das Unternehmen im zweiten Halbjahr hohe Anlaufverluste geschrieben. Durchblicken ließ er auch, dass es an einer Abstimmung mit den „Finanzierungspartnern“ mangelte.

Die Firma Titan war 1983 in Planegg gegründet worden. 1992 zog sie nach Penzberg in das Gewerbegebiet Grube. In den vergangenen Jahren wurde die bunten Titan-Koffer zu einem „Lifestyle“-Produkt, das selbst die Mädchen aus der Fernsehserie „Germany’s Next Top Model“ nutzten. Nach Angaben des Unternehmens setzt Titan bei den Hartschalenprodukten „mit seiner innovativen Polycarbonat-Technologie immer wieder neue, hohe Standards“. Um die Qualität weiter zu erhöhen, habe man die Produktion im vergangenen Jahr auch nach Gelting verlagert.

von Wolfgang Schörner

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