Herzlich begrüßte Bürgermeisterin Cornelia Irmer die Gäste des Neujahrsempfangs, auf dem Foto Helmut Hahn, Vorsitzender der Egerländer Gmoi und des Fördervereins Geretsrieder Heimatmuseum. Foto: Hans Lippert

Irmer: Stadtpolitik darf nicht am Tellerrand enden

Geretsried - Fast 400 geladene Gäste waren am Donnerstagabend beim Geretsrieder Neujahrsempfang. Thema war unter anderem der Hallenbadbau und die S-7-Verlängerung.

Landrat Josef Niedermaier zeichnete in seinem Grußwort ein zwiespältiges Bild von der Situation im Landkreis. Auf der einen Seite habe man die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit dem Krieg und die höchsten Steuereinnahmen in der Region. Auf der anderen Seite sei der Anstieg nicht so hoch, dass man damit die Steigerung bei den Sozialausgaben auffangen könne. Man müsse sich Gedanken machen, wie man das System gerechter machen kann, sagte der Landrat und plädierte für eine enge Zusammenarbeit der Kommen. Parteipolitische Streitereien würden nicht weiterhelfen, man müsse auch „über den eigenen Gartenzaun hinausschauen“.

Mit seinem Vorschlag, in Geretsried ein gemeinsames Hallenbad für den Nordlandkreis zu bauen, hat sich Niedermaier bekanntlich in Wolfratshausen einen Korb geholt. Mit den anderen Gemeinden wird noch verhandelt. Bürgermeisterin Irmer würde es „sehr begrüßen“, wenn es zu einer gemeinsamen Lösung kommen würde. Das wäre „ein deutliches Zeichen dafür, dass mit interkommunaler Zusammenarbeit kommunale Aufgaben gewinnbringend gelöst werden können“, sagte sie in ihrer Neujahrsansprache. Als Beispiel für „zukunftsorientierte Stadtpolitik, die über den eigenen Tellerrand hinausschaut und für die nachfolgenden Generationen Entwicklungsperspektiven aufzeigt“, nannte Irmer den Grundstücksdeal mit dem Gut Buchberg. Wie berichtet hat die Stadt Geretsried für rund zwölf Millionen Euro etwa 19 Hektar Grund aufgekauft.

Natürlich fehlte auch das Thema S 7-Verlängerung nicht. Geretsrieds Bürgermeisterin äußerte sich überzeugt, dass das Planfeststellungsverfahren in spätestens zwei Jahren positiv abgeschlossen sein wird und die S-Bahn gebaut wird. Mindestens sechs bis acht Millionen Euro werde die Stadt zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur beisteuern. Parallel dazu soll die B 11 verlegt und die Böhmwiese entwickelt werden. „Wir wollen hier kein Fachmarkzentrum entstehen lassen, wie es den Eingang so vieler Gemeinden und Städte ,ziert‘, sondern einen schönen neuen Stadtteil mit hoher Aufenthalts-, Einkaufs- und Wohnqualität“, sagte Irmer und kündigte dazu eine breite Bürgerbeteiligung an.

(Von Doris Nejedly und Sabine Schörner)

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