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Irritation zwischen Stadt und Sportlern

- Betreibermodell ja, Nutzungsgebühr nein

VON SANDRA SEDLMAIER Wolfratshausen - Zwischen der Stadtverwaltung und den Sportvereinen BCF und TSV gibt es Irritationen. Die Vereine bemühen sich derzeit, ein Betreibermodell für das Isar-Loisach-Stadion auf die Beine zu stellen - unter der Prämisse, dass sie von den Nutzungsgebühren für Sportanlagen ausgenommen sind. Das war allerdings nicht der Plan der Stadt, die mit dem Betreibermodell und den Nutzungsgebühren die Sparvorgaben des Stadtrats erfüllen wollte. Doch die Stadt werde voraussichtlich einlenken, sagt Konsolidierer Peter Struzyna.

Die Vorgaben sind klar: 50 000 Euro sollen in diesem Jahr im Sportbereich eingespart werden, 100 000 Euro im nächsten. Wie berichtet möchte das die Stadt einerseits durch die Erhebung von Nutzungsgebühren für kommunale Liegenschaften ab 1. Juli - unter anderem für die Sporthallen - einnehmen. Das andere Standbein ist die Übergabe des Isar-Loisach-Stadions an BCF und TSV. Die Stadt will den Vereinen zwar einen ordentlichen Zuschuss zahlen, unterm Strich aber Geld einsparen. Denn die Vereine sollen die Arbeiten übernehmen, die bisher der Bauhof versieht.

Prankl: "Müssten die Beiträge verdoppeln"

Wenn nun die Nutzungsgebühren der beiden Vereine für die Mehrzweckhalle und die Dreifachturnhalle wegfallen, stimmt die Rechnung von Konsolidierer Struzyna nicht mehr. Umgekehrt haben aber auch die Vereine ganz anders kalkuliert. Der TSV etwa müsste für die Dreifachhalle laut Vorsitzendem Manfred Prankl im Jahr über 15 700 Euro zahlen. "Da müssten wir die Mitgliedsbeiträge glatt verdoppeln", sagt er. Für ihn war klar, dass die Nutzungsgebühren für BCF und TSV wegfallen, wenn sich die beiden Vereine in die Betreibergesellschaft einbringen. "Wie betreten doch nicht das unbekannte Terrain einer Betreibergesellschaft und zahlen auch noch Nutzungsgebühr", unterstreicht Prankl.

Der BCF sieht das ähnlich. "Mit der Hallengebühr wären Beitragserhöhungen unumgänglich", sagt Sigi Menzel, ehemaliger zweiter Vorsitzender und mit den Verhandlungen für das Betreibermodell betraut. "Die Vereine sind immer davon ausgegangen, dass sie mit dem Betreibermodell ein Risiko eingehen - finanziell und was die Frage betrifft, wer ehrenamtlich die Arbeit macht, die im Stadion anfällt." Solange man nicht wisse, wie das ausgeht, sollten die Vereine von der Nutzungsgebühr befreit werden - zumindest "für die erste Phase von etwa zwei Jahren".

Stadt denkt daran, den Zuschuss zu reduzieren

"Die Verhandlungen laufen", sagt Struzyna dazu. Eine Möglichkeit wäre, den Zuschuss der Stadt zu reduzieren. Genaueres will er nicht sagen. "Das besprechen wir mit den Vereinen", sagt der berufsmäßige Stadtrat. Seine persönliche Meinung: Wenn BCF und TSV von der Nutzungsgebühr ausgenommen werden, sei das ungerecht gegenüber den anderen Vereinen und Organisationen, die zahlen müssen.

Sportreferent Hans Reiser, der bei den Verhandlungen meist dabei war, hat die Sachlage so verstanden wie die Vereine: "Sonst kann man das ja gar nicht schaffen. Und wir kriegen kein Votum von denen, die in der Halle sind", sagt er. Denn die Vereinschefs müssten das Betreibermodell ja auch ihren Mitgliedern nahe bringen - und unter denen sind die Hallennutzer zahlenmäßig am stärksten vertreten. Die Mitgliedsversammlung des BCF hat der Vereinbarung bereits zugestimmt, der TSV trifft sich in der kommenden Woche. Der Sportreferent sieht den Verzicht auf die Hallengebühr als Investition in die Zukunft: "Man muss den Vereinen Zeit geben, damit man mehr erreicht." Nur so könne man feststellen, ob das Betreibermodell funktioniert. Denn eine andere Möglichkeit, Geld im Sportbereich zu sparen, gebe es bisher nicht.

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