Die Rathaus-Sekretärinnen Gaby Marschner (re.) und Claudia Holzer nahmen in den vergangenen zwei Tagen mehr als 300 telefonische Hilfsangebote an. Foto: Sabine Hermsdorf

Iruma-Hilfe: 530 Familien würden Kinder aufnehmen

Wolfratshausen - 48 Stunden, nachdem Wolfratshausens Bürgermeister Helmut Forster die Bürger gebeten hatte, sich zu melden, falls sie im Falle einer noch größeren Atomkatastrophe Kinder aus der Partnerstadt Iruma aufnehmen würden, zieht der Rathauschef eine äußerst positive Bilanz.

Mehr als 330 telefonische Angebote haben seine Vorzimmerdamen Gaby Marschner und Claudia Holzer bislang aufgenommen, dazu kommen mehr als 100 E-Mails. Potenzielle Quartiere für die Kinder gibt es in Wolfratshausen, im Landkreis, in Bayern und vielen anderen Bundesländern.

„Natürlich“ hoffe er, dass der Ernstfall nicht eintreten wird, sagt Forster. Dass kein Kind von seinen Eltern getrennt auf eine ungewisse Reise nach Wolfratshausen, gut 9000 Kilometer entfernt von der Heimat Iruma, geschickt werden muss. „Doch wenn es zum Äußersten kommt, sind wir aufgestellt und können schnell reagieren“, so der Bürgermeister. „Die Nachrichten, die ich im Fernsehen und im Internet verfolge, überschlagen sich ja stündlich.“ Daher wage er keine Prognose, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich das Ausfliegen von Kindern aus Japan ist.

„Wenn’s nicht dazu kommt, dann Gott sei Dank, aber hier bei uns gehen die Vorbereitungen weiter“, stellt Forster fest. Dazu zähle, dass jeder der mehr als 500 potenziellen Gastgeber von der Stadt Wolfratshausen angeschrieben werde. „Wir haben natürlich schon Informationen über den Familienstand, möchten aber noch ein wenig mehr über das persönliche Umfeld der Gastfamilien erfahren“, erklärt der Bürgermeister. Darüber hinaus führe er Gespräche mit Hilfsorganisationen im Landkreis, darunter das Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser. Forster rechnet damit, dass die Mädchen und Buben „bestimmt Monate“ in Wolfratshausen verbringen müssten. „Vor diesem Hintergrund habe ich auch Gespräche mit der Leitung unserer Kreisklinik geführt.“

Ihre Hilfe hat auch die Gemeinde Wörthsee (Landkreis Starnberg) angeboten, sollten Kinder aus Japan in die Loisachstadt kommen. „Wir könnten bestimmt 20 bis 30 Kinder aufnehmen“, erklärt Bürgermeister Peter Flach, dessen Frau sich spontan bereit erklärt hat, ebenfalls Kinder zu beherbergen. (cce/jvr)

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