„Ist das nicht echte Kultur, Leute ?“

Wolfratshausen - Das Musikfestival im D’Amato wird zum kulturellen Lichtblick in Wolfratshausen

Wenn das Wolfratshauser D’Amato in der Loisachpassage bisher als kleine italienische Bar mit gelegentlicher Live-Musik gehandelt wurde, dann ist es spätestens jetzt, nach dem großen Jubiläumsfest am vergangenen Wochenende, zu einem echten Musikclub herangewachsen, der sich als kleiner Bruder zwischen Geltinger Hinterhalt und Habacher Village durchaus behaupten kann. Im Rahmen von „Zwei Jahre Live-Musik im D’Amato“ präsentierten Barbesitzer Michel Amato und sein Team an zwei Abenden jeweils sechs Stunden Live-Musik am Stück.

Drumsets und Saxophone wurden rein und raus getragen. Musiker kamen, blieben und mischten sich unters dichtgedrängte Publikum. Obwohl auf der kleinen Bühne ein permanenter Umbau stattfand, gab es keine Verschnaufpausen. So schnell wie die einen von der Bühne runter waren, scharrten die anderen schon ungeduldig mit den Hufen, um als nächstes dran zu kommen. Sie alle wollten Musik machen auf einer kleinen Bühne mit einer großen Atmosphäre.

Spätestens nach dem Vorglühen mit dem „Skyline Saxtett“ (vier Musiker an vier Saxophonen) und dem Beatles-Song „When I Am Sixty Four“ stieg das Stimmungsbarometer dann beim zweiten Gig mit Westcoast-Musiker Erik Berthold und seinem siebenjährigen Sohn Louise am Schlagzeug an. Da blieb bei Country-Klassikern wie „Who’ll Stop The Rain“ und „Sweet Home Alabama“ keiner mehr still sitzen. Dicken Beifall bekam der kleine Nachwuchsmusiker für sein großartiges Rhythmusgefühl.

Akustisch, brachial und mit Ganzkörpereinsatz beschreibt sich die Wolfratshauser Band „3 Of Us“ mit Walter Autsch (Gitarre) Anette Glück (Saxofon, Flöte und Gesang) und Stefan Martner (Bass). Sie interpretieren auf ihre eigene Art Zucchero, Simon & Garfunkel, den Welthit „My Sharona“ von The Knack und bekannte Songs aus dem aktuellen Popgeschehen. Mit viel Gefühl für den richtigen Moment streute Sängerin Anette Glück ihr gekonntes Saxophon- und Flötenspiel ein und ließ dabei genug Raum für ihre soulig-rauchige Stimme. Anette Glück und ihre Band waren definitiv ein Glücksgriff des Abends.

Festival heißt auch: buntes Programm aus vielen Musikstilen. Demzufolge mischten sich Liedermacher wie Stefan Weyerer mit eigenen Songs und „Schlagsaitn“ (Willi Sommerwerk und Achim Kajerski) mit gecoverten STS-Versionen zwischen die Country- und Rockmusiker. So erfolgreich der Samstag war, so erfolgreich war laut Barbesitzer Amato auch schon der Freitag mit nochmal so vielen Gigs und ebenso vielen Besuchern. Insgesamt gestalteten rund 70 Musiker das Festival. „Ist das nicht echte Kultur, Leute?“ rief Anette Glück begeistert ins Publikum. Ein „kultureller Lichtblick in Wolfratshausen“, wie sie findet, und „ein toller Platz für Musiker“ wie Liedermacher Stefan Weyerer aus München ergänzte. (web)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wolfratshausen: Hohe Geldstrafe für notorischen Schwarzfahrer
Mehrmals ist ein 29-Jähriger in den vergangenen Jahren beim Schwarzfahren erwischt worden. Dafür musste sich der Mann nun vor dem Amtsgericht verantworten.
Wolfratshausen: Hohe Geldstrafe für notorischen Schwarzfahrer
Tag der offenen Tür auf Gut Buchberg
Das Gut Buchberg öffnet am Samstag seine Türen. Die Besucher können dort Ponys streicheln, Kaffee und Kuchen genießen oder an der Goassbock-Bar sitzen. Der Erlös kommt …
Tag der offenen Tür auf Gut Buchberg
Nach 40 Jahren: Aus für den Ickinger Secondhandshop
Ausgemusterte Röcke und Hosen, zu klein gewordene Skisachen, gelesene Bücher: 40 Jahre lockte der Ickinger Secondhandshop mit gut erhaltenen Waren zu Schnäppchenpreisen. …
Nach 40 Jahren: Aus für den Ickinger Secondhandshop
Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger: Ein Mittel gegen die Wegwerfmentalität
Kinder, Rentner, junge Familien: Von den Angeboten der Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger kann jeder profitieren. Seit 30 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche in dem …
Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger: Ein Mittel gegen die Wegwerfmentalität

Kommentare