Jahnstraße: Verlängerung wird gesondert beraten

- Geretsried – Gegen die Verlängerung der Jahnstraße regt sich massiver Widerstand. Kaum hatte unsere Zeitung am Samstag über die Pläne der Stadt berichtet, gründete sich unter dem Vorsitz von Anna Bobrich eine Interessengemeinschaft Geretsried-Mitte und sammelte 186 Unterschriften. Vor diesem Hintergrund und zahlreichen Zuhörern wandelte der Entwicklungs- und Planungsausschuss gestern seinen empfehlenden Beschluss an den Stadtrat ab: Danach soll zwar ein Bebauungsplan für ein neues Wohngebiet an der Jahnstraße aufgestellt werden. Ob sie bis zur Adalbert-Stifter-Straße verlängert wird, soll jedoch gesondert beraten werden.

von sabine schörner <P>Um eine Vertagung hatte auch die Interessengemeinschaft gebeten. Sie hält die Verlängerung der Jahnstraße für &#8222;völlig überflüssig&#8220; und will das Thema erst mit der derzeit im Urlaub befindlichen 1. Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) besprechen. Eine &#8222;hohe Dringlichkeit&#8220;, dieses &#8222;wichtige und seit Jahren bekannte Thema&#8220; in ihrer Abwesenheit zu beschließen, sei &#8222;nicht zu erkennen&#8220;, heißt es in einem Schreiben. <P>In Irmers Vertretung leitete gestern Vize-Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) die Sitzung. Er schickte voraus, dass es nur um einen empfehlenden Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gehe. Sollte der Stadtrat diesem folgen, würden die Pläne verfahrensreif ausgearbeitet und ausgelegt. Dann hätten alle Betroffenen Gelegenheit, ihre Bedenken vorzubringen. <P>Wie Bauamtsleiter Jochen Sternkopf ergänzte, gibt es bereits einen rechtsgültigen Bebauungsplan zur Verlängerung der Jahnstraße. Er stammt aus den 70er Jahrenund sieht entlang des Friedhofs eine 12 bis 16 Meter breite Trasse vor. &#8222;So breit baut man heutzutage natürlich nicht mehr&#8220;, sagte Sternkopf. Auch die Anbindung an die Adalbert-Stifter-Straße wäre zu überdenken. Nach dem alten Plan war vorgesehen, den Verkehr gezielt auf die Jahnstraße zu lenken. Heute wäre dort &#8222;eine stumpfe Einmündung oder eventuell ein Kreisverkehr&#8220; denkbar. <P>Obwohl sich der Stadtrat in seiner Klausurtagung bereits für eine Verlängerung der Jahnstraße ausgesprochen hatte, wollte Dr. Gerrit Waßmann gestern die beiden Verfahren trennen. Gegen die Ausweisung eines Wohngebiets auf dem zirka 9000 Quadratmeter großen städtischen Grundstück zwischen Waldstraße und St.-Hubertus-Straße habe er nichts einzuwenden &#8211; die Stadt hatte die Flächen 1988 als Bauland gekauft. Die Verlängerung der Jahnstraße bis zur Adalbert-Stifter-Straße &#8222;ist in meinen Augen aber rausgeschmissenes Geld&#8220;, sagte der Stadtrat der Freien Wähler. <P>Auch Peter Tobisch (FDP) plädierte dafür, die Verkehrsführung gesondert zu beraten &#8211; und zwar zusammen mit dem Arbeitskreis Verkehr der Stadt. Der AKV hält die Verlängerung der Jahnstraße wie berichtet für &#8222;verkehrstechnisch nicht notwendig&#8220;. Tobisch: &#8222;Wir sollten die Leute beruhigen, dass wir im Sinne eines Gesamtpakets die beste Lösung finden werden.&#8220; <P>Daraufhin formulierte Vize-Bürgermeister Meinl einen neuen Beschluss: Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtrat (er tagt am 31. Januar), für das Wohngebiet einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Straßenplanung soll in einem gesonderten Verfahren durchgeführt werden. <P>

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