Glückwunsch zur Nachprimiz: Seminardirektor Martin Schnirch (Mi.) stößt beim Sommerfest mit Hauptzelebrant Dominik Johannes Flür (re.) und Pallottiner-Pater Christoph Lentz an. Foto: Hans Lippert

„Jeder ist berufen“

Wolfratshausen - Zwei ehemalige Seminaristen feierten kürzlich am Waldramer Gymnasium und Kolleg St. Matthias ihre Nachprimiz.

Noch dominieren im Herzen Waldrams Bagger, Straßenwalzen und Asphaltiermaschinen, denn die neue Schule von Gymnasium und Kolleg St. Matthias muss in wenigen Wochen, zu Beginn des neuen Schuljahres, fertig sein. Aber kürzlich gab es einen Moment der Stille, der Besinnung: Zwei ehemalige Seminaristen kehrten an den Ort ihrer schulischen und geistlichen Prägung zurück und feierten zusammen mit der ganzen Schul- und Seminarfamilie Nachprimiz. Als Konzelebranten fungierten der Waldramer Pfarrer Elmar Heß sowie Jugendpfarrer Hofstetter, der zurzeit im Waldramer Seminar wohnt. Hauptzelebrant war Dominik Johannes Flür (Abitur 2004), die Predigt hielt Pallottiner-Pater Christoph Lentz (Abitur 1997) unter dem Leitmotiv „Sine ulla spe“ - ohne jede Hoffnung.

Der Neupriester erinnerte sich an ein Gespräch mit dem damaligen Schulleiter Wolfgang Strobl in dessen Büro, als dieser ihm die Ergebnisse der Aufnahmeprüfung eröffnete: „Deutsch und Latein sehr gut, Mathematik sine ulla spe.“ Aber nach einer mündlichen Prüfung waren die Weichen gestellt, der Zug rollte in Richtung Reifeprüfung. „Schule wurde mit hoher Motivation wahrgenommen“, gestand Lentz in inniger Erinnerung an seine Lehrer, aber schon damals war für ihn ein Grundsatz seines Ordensgründers Vinzenz Pallotti wichtig, im anderen Menschen Gottes Ebenbild zu sehen. „Seminar als Pflanz- und Wachsstätte wurde Mittelpunkt, wobei nicht alles als Gesetz, als betoniert zu betrachten war.“ Immer wieder habe es Zeiten des Zitterns und Bebens, der Unsicherheit gegeben. „Deshalb hat es bei mir auch ein bisschen länger bis zur Priesterweihe gedauert“, gab Lentz unumwunden zu. Mit Pallottis Devise „Jeder ist berufen“, schloss die Predigt, und die Gemeinde erinnerte Lentz an die Tugenden eines Seminars, eines Lebens: Wohlwollen, gegenseitiger Respekt, Anerkennung. (kl)

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