Der Blick in den Himmel fasziniert die Menschen von jeher. In Osterhofen wären die Voraussetzungen für eine Sternwarte besonders gut. Doch nach Ansicht des Gemeinderats ist die Lage zu exponiert. Lieber sähe man die Sternwarte anderswo in Königsdorf. Foto: red

Jein zu Sternwarte in Osterhofen

Königsdorf - Die Königsdorfer Gemeinderäte begrüßen grundsätzlich den Bau einer Steinwarte - aber nicht in Osterhofen.

Die Vertreter des Vereins Istartalsternwarte mussten sich am Dienstagabend mit einem „Jein“ zufrieden geben, wie Bürgermeister Anton Demmel es nannte. Probleme mit dem geplanten Standort hatten die Räte nicht nur wegen der fehlenden Infrastruktur, sondern vor allem wegen des Eingriffs in die Landschaft und der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. „Der Standort ist sehr exponiert“, gab Bernhard Woisetschläger (UBL) zu bedenken. „Auch wenn die Sternwarte sicherlich ein Gewinn für Königsdorf wäre.“

Auch Georg Köberl (UBL) betonte seine Sympathie für das Vorhaben. „Allerdings sollte es da situiert werden, wo es seinen Zweck erfüllt und nicht die Landschaft beeinträchtigt“. Er sei grundsätzlich dafür, könne sich aber eine Sternwarte nicht in dieser Lage vorstellen“, meinte Georg Stöger (CSU). „Da steigen uns die Osterhofener aufs Dach.“

Weniger ablehnend äußerte sich dagegen Markus Orterer (FW). Er schlug vor, sich zunächst vor Ort ein Bild zu machen. „Eine Sternwarte wäre für Königsdorf eine Bereicherung“, erklärte der Jugendbeauftragte. Gertraud Hofherr (CSU) zeigte sich von dem Vorhaben geradezu begeistert. Nur die Größe des Bauvorhabens sah sie als schwierig an.

Die Mehrheit der Räte plädierte dafür, dass ein Alternativstandort in Königsdorf gesucht werden soll. Erasmus Gilgenrainer (CSU) regte an, ins neue Gewerbegebiet auszuweichen. Auf breite Zustimmung stieß der Vorschlag, die Sternwarte der Jugendsiedlung „anzugliedern“. Josef Birzele, Leiter der Jugendsiedlung, halte dies grundsätzlich für vorstellbar, berichtete Andreas Baumann vom Bauamt.

Skeptisch sahen dies dagegen die Vertreter des Vereins Isartalsternwarte. „Wir benötigen einen dunklen Standort ohne Beleuchtung durch Gebäude oder Straßen“, führte der Vorsitzende, Kurt Motl, aus. Es müsse ein erhöhter Standort sein, mit freier Sicht und ohne Bäume. Das Moor oder ein Gelände nahe der Isar kämen nicht in Frage. Bürgermeister Anton Demmel begrüßte das Vorhaben des Vereins ausdrücklich und betonte, dass man in der Gemeinde jederzeit offen dafür sei, Alternativstandorte zu suchen. „Ich glaube, mit etwas gutem Willen können wir da etwas zustandebringen.“

Auch wenn einige Ratsmitglieder vorschlugen, die Abstimmung zu vertagen, um besser abwägen zu können, wurde schließlich doch abgestimmt. Die Räte votierten mit großer Mehrheit (drei Gegenstimmen) gegen den Standort bei Osterhofen und sprachen sich aber gleichzeitig für die Suche nach einem Areal aus, das weniger exponiert liegt und keine öffentlichen Belange tangiert. (yvi)

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