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Der Siegerentwurf stammt von Wilfried Claus und Günter Forster aus München. Die beiden Architekten haben auch das Seminar St. Matthias in Wolfratshausen-Waldram und das Ascholdinger Pfarrhaus geplant.

Von Luxus keine Spur

Jury fällt Entscheidung für neues Pfarrhaus in Münsing

Münsing - Eine Jury hat aus drei Entwürfen für das neue Münsinger Pfarrhaus einen Siegerentwurf ausgewählt. Ob er verwirklicht wird, entscheiden die Kirchenverwaltung und das Erzbischöfliche Ordinariat. Pfarrer Martin Kirchbichler erklärte unserer Zeitung gestern die Pläne.

Das jetzige Pfarrhaus ließ Pfarrer Schnell in den 1960er-Jahren erbauen. Es entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und verfügt über keine adäquate Pfarrerswohnung. Pfarrer Martin Kirchbichler wohnt in dem kleinen Pavillon neben dem Pfarrheim – auch dies ist eine Notlösung. Die Katholische Kirchenstiftung von Mariä Himmelfahrt hat sich deshalb zu einem Neubau entschlossen und einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Ergebnisse sind noch heute (16 bis 18 Uhr) und am Samstag (20.15 bis 21 Uhr) im Pfarrheim zu besichtigen.

Die Jury, bestehend aus drei Vertretern des Baureferats des Erzbischöflichen Ordinariats München, einem Landshuter Architekten, Pfarrer Kirchbichler und Kirchenpfleger Robert Müller sowie Münsings Bürgermeister Michael Grasl, hat sich einstimmig für das Modell der Architekten Wilfried Claus und Günter Forster aus München entschieden. Die beiden, die auch das Seminar St. Matthias in Waldram und das Ascholdinger Pfarrhaus geplant haben, orientieren sich am benachbarten Pfarrheim und stellen im Anschluss daran das neue, ebenfalls längliche Gebäude in Nord-Süd-Ausrichtung. Im Erdgeschoss befinden sich das Pfarrbüro, das Archiv und die Besprechungsräume, im ersten Stock die Pfarrers- und die Haushälterinnenwohnung sowie ein Gästezimmer. Die Zimmer sind nach Westen ausgerichtet. „Die Quadratmeterzahl ist vom Ordinariat genau vorgegeben. Es wird also bestimmt keine Luxuswohnung“, betont Kirchbichler in Anspielung auf den Bauskandal rund um den ehemaligen Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst.

Im Osten entlang der Holzhauser Straße entstehen Parkplätze und ein Gehweg. Es ist ein Freibereich für die Jugend vorgesehen, der Prozessionsweg von der Kirche zum Friedhof soll nicht mehr direkt entlang der Straße verlaufen, sondern über das Pfarrhaus-Grundstück und entlang des Pfarrheims. Die Architekten wollen in Ziegelbauweise bauen, mit Holzfenstern und weiteren Holzelementen. Das sehr gering geneigte Dach soll nach dem Willen der Jury etwas steiler werden.

Dem Siegerentwurf ähnlich ist das drittplatzierte Modell des Büros Andreas Ehrmann aus München (4:3 Stimmen). Es sieht zusätzlich einen Verbindungsgang zwischen Pfarrheim und -haus vor. Architekt Hermann Thurner aus Bad Tölz (Platz Zwei, 5:2 Stimmen) hingegen dreht das neue Haus und errichtet es in Ost-West-Ausrichtung. Dadurch entsteht ein schöner großer Pfarrplatz für Veranstaltungen und Feste zwischen den beiden Gebäuden. Die Parkplätze werden nach Norden verlegt. Thurner schwebt ein Holzhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach vor. Die Nachteile, die die Jury sah, sind eine schlechte Belichtung der Schlafräume im Obergeschoss sowie das geplante Flachdach.

„Alle drei Modelle besitzen ihre Stärken“, sagt Pfarrer Kirchbichler. Das letzte Wort habe die fünfköpfige Kirchenverwaltung. Sie werde demnächst tagen und ihre Entscheidung anschließend dem Vergabeausschuss des Ordinariats mitteilen. Bewilligt dieser den Neubau, kann die Kirchenstiftung als Bauherrin den Bauantrag bei der Gemeinde stellen. Wann mit dem Bau begonnen werden könnte, darüber will Kirchbichler nicht spekulieren. Auch über die Kosten kann er noch nichts sagen. Sie werden zu 90 Prozent vom Ordinariat getragen, zehn Prozent muss die Pfarrei übernehmen.

Von Tanja Lühr

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