Kahlschlag im Privatwald ?

- Besitzer klagen über Sparreform, sinkende Preise und Käferbefall

Beuerberg - Gedrückte Stimmung herrschte beim Regionaltreffen der Waldbesitzervereinigung (WBV) und des Forstamtes Wolfratshausen im Gasthaus zur Mühle in Beuerberg. Forstamtsleiterin Christine Berger und WGV-Vorsitzender Paul Kranz informierten 30 Waldbesitzer über die Forstreform, den nicht zufrieden stellenden Holzpreis und die Schäden durch den Borkenkäfer.

"Es sieht nicht gut aus für den Privatwald", urteilte Kranz. Wie berichtet sieht die Forstreform vor, dass die Körperschaftswälder künftig wirtschaftlicher, etwa durch GmbHs, genutzt werden. Diese könnte in Konkurrenz zu den privaten Waldbesitzern gehen und "in den Markt schlagen und Raubbau betreiben". Auch gegen die geplante Eingliederung der Forstämter in die Landwirtschaftsämter sprach sich der Vorsitzende aus. Denn das könnte einen Umzug des Wolfratshauser Amts nach Miesbach bedeuten. Kranz meint aber: "Die Zusammenarbeit mit dem Forstamt sollte bestehen bleiben."

Schon deshalb, weil das Amt, dessen Leitung Christine Berger, seit November 2003 hat, privaten Waldbesitzern kostenlose Beratung bietet. 2,7 Millionen Euro sollen hier laut Berger an Förderungen eingespart werden - ihrer Ansicht nach das Aus für den Beratungs-Service. Die Förderung der Verwaltungskosten der WBV werde allerdings weiter gezahlt.

Auch die übrigen Themen bereiteten den Waldbesitzern Sorgen. Laut ihrem Vorsitzendem Kranz ist der Holzpreis um zehn bis zwölf Euro pro Festmeter gesunken. Ein besserer Preis müsse her - sichern könne ihn die Intensivierung der Laubholzpflege, um Wertholz zu bekommen.

Ein weiterer Dorn im Auge ist den Waldbesitzern der Käferbefall im Jahr 2003, der sich heuer wohl noch verschlimmern wird. Kranz rechnet mit einer Verdopplung der Schäden. Bedingt durch die Hitze und Trockenheit des Sommers 2003 brauchen die gestressten Bäume zwei bis drei Jahre gute Wasserversorgung, bis sie sich vitalisieren, sagte Forstamtschefin Berger. Indes wurde die Förderung der insektizidfreien Bekämpfung des Käferbefalls im Zuge der Reformen gestrichen - sehr zum Leidwesen der Waldbesitzer. Nur durch andere Einkommensquellen, etwa der Landwirtschaft, sei es einigen weiterhin möglich, Waldflächen zu bewirtschaften.kn

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