Kampf dem Komasuff

Wolfratshausen - Jugendlichen Komasäufern will die örtliche CSU den Kampf ansagen. Am liebsten wäre vielen Christsozialen eine Verkürzung der Sperrzeit.

Jörg Drensler, CSU-Mitglied und am Sonntag Gast beim Bürgerstammtisch, schilderte ein Erlebnis vom Samstag. Er sei an der Loisach auf Höhe der Brücke in Farchet unterwegs gewesen und dort fünf jungen Leuten begegnet. Die waren zwischen 17 und 19 Jahre alt und zum Teil volltrunken. „Eine wollte mir um den Hals fallen, ich bin weiter gegangen, da habe ich sofort ein übles Schimpfwort kassiert.“ Ein anderer Stammtisch-Besucher schildert ein Ereignis aus der S-Bahn. „Da wollten vier Mädels auf mich losgehen, die da gerade randaliert hatten.“ Passiert sei wohl nur deshalb nichts, weil andere Fahrgäste ihm zur Seite sprangen. Sorgen bereiten auch Veranstaltungen in der Loisachhalle, bei denen Jugendliche draußen ihren Getränkevorrat bunkern, zwischendurch rausgehen und sich betrinken.

Vorkommnisse wie diese, aber auch die Grabschändung am Friedhof vor wenigen Tagen bewegen die CSUler zum Nachdenken. „Irgendwann sind die Grenzen erreicht, da muss man einschreiten“, forderte etwa Wirtschaftsreferent Günther Eibl. „Das ist der Höhepunkt“, sagte auch Fraktionssprecher Helmut Fleischer. „Da muss man was machen.“

Eine Lösung sieht Eibl im Baden-Württemberger Modell. Dort dürfen an Tankstellen alkoholische Getränke nur zu den üblichen Geschäftszeiten verkauft werden. Übertragen auf Bayern hieße das: Kein Alkohol mehr nach 20 Uhr. „Wir sollten im Dialog mit Bürgermeister und Gaststätten auch schauen, ob wir uns auf eine Beschränkung der Öffnungszeit einigen können“, so Eibl weiter.

Eine andere Möglichkeit könnte auch die Überwachung durch Kameras sein, sagte Fleischer auf Nachfrage von Werner Kuhlmann. Zwar wolle man keinen Überwachungsstaat. „Es ist aber eine Maßnahme, die etwa am Bahnhof denkbar wäre.“

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