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Weiterhin sehr umstritten: Das Bauprojekt am Karl-Lederer-Platz in Geretsried.

CSU-Stammtisch   

Karl-Lederer-Platz: Grundwasserproblem schlägt Wellen

Geretsried - „Warum baut man keinen Regenwasserkanal?“, fragte Doris Semmler am Stammtisch des CSU-Ortsverbands am Sonntag im Gasthof Geiger. Die Vertreterin der Interessengemeinschaft (IG) Karl-Lederer-Platz bezweifelt, ob so genannte Düker den Grundwasseraufstau nach den bevorstehenden Baumaßnahmen wirklich reduzieren.

Diese Technik hatte Norbert Keilholz vom Ingenieurbüro DHI-Wasy jüngst im Bauausschuss vorgeschlagen.

Zudem wehrte sich Semmler gegen den von Bürgermeister Michael Müller jüngst erhobenen Vorwurf der Panikmache: „Wir schüren keine Ängste: Der Grundwasseraufstau entspricht den Tatsachen.“ Erneut betonte die IG-Vertreterin, dass die Anwohner eine Modernisierung des Karl-Lederer-Platzes begrüßen würden. „In diesem großen Ausmaß kann man das aber nicht durchziehen.“

Der frühere FDP-Stadtrat Ernst Walko, der schon 1959 ein Gebäude am Karl-Lederer-Platz bezog, sieht das ähnlich. „Wer haftet für die Feuchtigkeitsschäden und die Wertverluste der Eigentumswohnungen?“, fragte er in die Runde. Bürgermeister Michael Müller widersprach vehement und mit erhobener Stimme. „Sie können doch nicht gegen jede Veränderung sein: Die Eigentumswohnungen werden im Wert deutlich steigen“, prognostizierte er. Stammtisch-Besucher Joachim Heydasch wiederum gefiel dieser Tonfall überhaupt nicht: „Mäßigen Sie sich, Herr Bürgermeister“, ermahnte er Müller.

CSU-Ortschef Ewald Kailberth verwies darauf, dass nicht die Stadt die Baugenehmigung erteilt. „Das macht das Landratsamt“, stellte er klar. Walko äußerte dennoch die Befürchtung, dass es zu Grundwasserschäden kommen wird und viele Anwohner dann den gerichtlichen Klageweg einschlagen. „Da kommt eine Prozesslawine auf die Stadt zu“, fürchtet er. Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl und CSU-Ortsvorsitzender Kailberth schafften es danach mit Müh und Not, die Wogen zu glätten. Auch weil sie darauf verwiesen, dass bei Schäden nicht die Stadt, sondern das Bauunternehmen Krämmel haftet.

Stammtisch-Gast Harald Sachers erinnerte zudem daran, dass das Büro DHI-Wasy mit Dükern in München sowie am Flughafen gute Erfahrungen gemacht habe. Ob diese Lösung auch in Geretsried funktioniere, könne laut Kailberth auch das Krämmel-Wohnbauprojekt „ecoleben“ am Isardamm zeigen: „Dort wurde auch ein Düker eingesetzt.“ 

(Peter Herrmann)

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