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Tempo 30 gilt an vielen Wolfratshauser Straßen. Eine generelle Anordnung dieser Geschwindigkeit hält der Stadtrat nicht für nötig.

Kein Freibrief für Tempo 30

Wolfratshausen - Der Stadtrat hat sich gegen Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit ausgesprochen. Begründung: In Wolfratshausen gilt dieses Limit jetzt schon auf den meisten Straßen.

Hinter dem Beschluss steckt die „Europäische Bürgerinitiative Tempo 30“. Die Gruppierung will eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Mitgliedsstaaten sammeln und so die EU-Kommission dazu zwingen, ein Gesetzgebungsverfahren einzuleiten. Aus diesem Anlass hat die „Arbeitsgemeinschaft Fahhrradfreundliche Kommunen in Bayern“ (AGFK) ihre 38 Mitglieder um Stellungnahme gebeten. Eines davon ist Wolfratshausen. Die Stadt war sogar bei der Gründung der AGFK dabei.

„Tempo 50 auf bestimmten Strecken muss dann als Ausnahme begründet werden“, erläuterte Susanne Leonhard, Bauamtsmitarbeiterin und ein Mitglied der Projektgruppe Radroutenkonzept am Dienstag im Stadtrat. Im Moment ist es genau umgekehrt. Laut der Befürworter würden Unfallgefährdung, Luftverschmutzung und Lärmbelastung dadurch reduziert, während Gehen, Radfahren und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver würden, führte Leonhard weiter aus. Auch Bundesverkehrsministerium, Städtetag, Umweltbundesamt, europäisches Parlament und ADFC stünden grundsätzlich hinter dieser Position.

Die Wolfratshauser Projektgruppe sieht das anders. „Ich habe Bedenken, dass der Schutz für Radler auf der Straße auf der Strecke bleibt, wenn das so kommt“, sagte Leonhard. Die Argumentation wäre denkbar einfach: „Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Autos und Radfahrern ist bei Tempo 30 nicht mehr so groß, also brauche ich auch die Infrastruktur für Radfahrer nicht zu verbessern“ - sprich: keine neuen Radwege mehr zu bauen. Das Thema habe für Wolfratshausen auch deshalb nur wenig oder keine Auswirkungen, „weil das Stadtgebiet bis auf wenige Stellen bereits als Zone 30 oder mittels Einzelanordnung auf Tempo 30 begrenzt ist“. Und bei den Bundes- und Staatsstraßen sowie der Schießstättstraße als zentraler Verkehrsachse sei sowieso davon auszugehen, dass das Staatliche Bauamt Ausnahmen für Tempo 50 beantragen würde.

Das Gros des Stadtrats sah das ähnlich. (fla)

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