Kessler "in Erklärungsnot"

- Hat Kulturvereins-Chef gegen Abmachungen verstoßen ?

VON ELKE SUMMER Wolfratshausen/Geretsried - Mit einem scharfen Schnitt hat der Geretsrieder Kulturreferent Hans Ketelhut die Zusammenarbeit mit Dr. Christoph Kessler vom Kulturverein Oberland beendet. Zur Begründung führte Ketelhut an, Kessler habe sich bei der Akquirierung von Sponsorengeldern nicht an Absprachen gehalten (wir berichteten). Auch der Wolfratshauser Kulturreferent Peter Plößl grollte vor Jahreswechsel leise, schwieg aber "um der guten Sache willen". Die Irritationen gefährden jetzt das gemeinsame Ziel, die Kulturarbeit im Mittelzentrum zu bündeln.

Nur Eingeweihte verstanden die verbale Spitze, die sich Peter Plößl in seinem Bericht vor dem Stadtrat nicht verkneifen konnte: "Eilig" habe Kessler im Dezember die Kulturschaffenden aus beiden Städten zu einem Runden Tisch in sein Privathaus eingeladen. "Eilig" könnte in diesem Fall auch "eigenmächtig" bedeuten, denn vereinbarungsgemäß hätte Plößl die Runde im Januar zusammentrommeln sollen. Zu dieser Unstimmigkeit hatte sich Plößl in einem Interview zurückhaltend geäußert. Er bleibt dabei: "Die Sache ist wichtiger als persönliche Befindlichkeit." Plößl hofft, dass die kommunale Kooperation "nicht gestorben ist, bevor sie beginnt" und wünscht sich "ein klärendes Gespräch zwischen Kessler und Ketelhut". Er, Plößl, kenne die Vereinbarungen nicht, aber sollte Kessler entgegen der Absprache gehandelt haben, könne er Ketelhuts Verärgerung verstehen.

Peter Struzyna hat als Wolfratshauser Kulturamtsleiter "zwölf Jahre lang gut mit Kessler" zusammengearbeitet. Struzyna fürchtet, dass das große Ziel "jetzt an Kleinigkeiten" scheitern könnte. Da aber auch er die Geretsrieder Abmachungen mit dem Kulturverein nicht kenne, könne er sich nicht weiter dazu äußern.

Für den Geretsrieder Kulturreferenten Hans Ketelhut hingegen war klar: Im Jubiläumsjahr der Musikschule sollten mögliche Sponsorengelder ausschließlich diesem Zweck zu Gute kommen, deshalb sei der Kulturverein gebeten worden, heuer nicht bei Geretsrieder Firmen um finanzielle Unterstützung zu bitten. "Das habe ich nach dem Runden Tisch bei Kessler laut und deutlich gesagt", bekräftigte Ketelhut gestern auf Anfrage. Auch die Geretsrieder Kulturamtsleiterin Anita Zwicknagl hat das so verstanden und war deshalb "unangenehm überrascht", als Bettelbriefe des Kulturvereins bei Geretsrieder Firmen auftauchten. Nach diesem Alleingang sei Kessler nun "in Erklärungsnot".

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