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Gilt als Inbegriff der Kinder- und Jugendliteratur: Die in Einöd (Dietramszell) lebende Schriftstellerin Sigrid Heuck. 

Sie lebte in Dietramszell

Kinderbuchautorin Sigrid Heuck mit 82 gestorben

Dietramszell – Sie machte große Kunst für kleine Leute und ist damit zum Inbegriff der Kinder- und Jugendliteratur geworden: Am Freitag ist die erfolgreiche Kinderbuchautorin Sigrid Heuck im Alter von 82 Jahren gestorben.

„Der Thienemann-Esslinger Verlag hat eine große Autorin und Illustratorin verloren“, teilte ihr Verlag am gestrigen Montag in Stuttgart mit.

Mit Bilderbüchern von „Pony und Bär“, dem Märchenroman „Saids Geschichte“ und dem Kriminalroman „Meister Joachims Geheimnis“ wurde Sigrid Heuck berühmt. Im Landkreis kannte fast jeder die in Einöd lebende Schriftstellerin persönlich. Es gibt wohl kaum ein Kinderzimmer, in dem nicht ein Buch von ihr steht. Ihre Jugendromane wurden immer wieder mit Preisen ausgezeichnet, etwa „Der Elefant des Kaisers“ oder „Das Geheimnis des Windes“. Ganz besonders stolz war sie auf ihr Buch „Der Schneckenkönig“. Die Autorin von über 60 Kinder- und Jugendbüchern sowie von einigen Erwachsenenbüchern wie „Die alte Mühl“ und „Die Inselsucherin“ erhielt im Laufe ihres Lebens viele Ehrungen und Preise, darunter den Friedrich-Gerstäcker-Preis und den Österreichischen Jugendbuchpreis. Für ihr Gesamtwerk wurde Sigrid Heuck mit dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet.

Doch die Promi- und Glitzerwelt war nie die ihre. Heuck war ein Naturmensch. Pferde waren ihr „Ein und Alles“, wie sie bei einem Besuch unserer Zeitung im Mai 2012 anlässlich ihres 80. Geburtstags erzählte. 1932 in Köln geboren, lebte sie seit 1949 im Dietramszeller Ortsteil Einöd. Nach dem Studium der Mode-Grafik besuchte sie die Akademie der Bildenden Künste in München und machte sich danach als Grafikerin selbstständig. Seit 1959 schrieb sie neben belletristischen Titeln für Erwachsene mehr als 80 Bilder-, Kinder- und Jugendbücher, die sie zum Teil selbst illustrierte. Eine leidenschaftliche Geschichtensammlerin und Erzählerin war sie obendrein, und auch eine Weltentdeckerin. Früher in Person, später mehr in der Fantasie oder in einem ihrer vielen Bücher.

Leser wie Kritiker loben ihre Kunst zu schreiben: voll Wärme und wunderbarer Wortwahl. Und in einem ruhigen, aber dennoch lebendigen Erzählstil, der jene Intensität schafft, um gebannt zuhören zu lassen. Heuck schrieb nie mit erhobenem Zeigefinger – und schon gar nicht schrieb sie nach den Moden des „Haifischbeckens Büchermarkt“. Sie ist sich selbst immer treu geblieben. (rd)

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