SEK-Einsatz an Klinik in Deggendorf: Geiselnahme - Täter überwältigt

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Kindheitstraum bleibt unerfüllt

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Kirchberg/Lenggries &#8211; Fast 15 Jahre gehörte Michaela Gerg zum Stamm der DSV-Rennmannschaft. Die schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G waren ihre Domäne: Vier Weltcup-Erfolge und eine WM-Bronzemedaille 1989 in Vail verbuchte die Lenggrieserin. Auch bei Olympischen Spielen ging Gerg-Leitner, wie die &#8222;Michi&#8220; seit der Heirat mit dem Österreicher Christian Leitner 1991 offiziell heißt, mehrmals an den Start und erfüllte sich so &#8222;einen Kindheitstraum&#8220;. Etliche Top-Platzierungen fuhr die fünffache Deutsche Meisterin in Sarajewo (1984), Calgary (1988), Albertville (1992) und Lillehammer (1994) ein. Die Krönung, also eine Medaille, blieb der sympathischen Isarwinklerin jedoch versagt. <P>Die größte Gaudi hatte Gerg als Olympia-Novizin in Sarajewo. Dort logierten die deutschen Ski-Haserl im selben Hotel wie die Eishockey-Cracks von Bundestrainer Xaver Unsinn, was für allerhand Kurzweil sorgte. Gerg, Cousine von Eishockey-Torwart Beppo Schlickenrieder, hatte schon immer ein Faible für die harten Burschen, und die für Xaverls &#8222;unsinniges&#8220; Pepita-Hütchen. Nach ein paar Bier war der Schabernack ausgeheckt: Das Markenzeichen des Bundestrainers landete auf einer meterhohen Fahnenstange, die Witzbolde &#8211; damals herrschte militärische Disziplin im Noch-Ostblockstaat Jugoslawien &#8211; hinter schwedischen Gardinen. Noch heute feixt die einstige Augenzeugin: &#8222;Mich hams ned dawischt. Ich hab&#8217; mich schleunigst aus dem Staub gemacht.&#8220; <P>Statt Gerg wird Gold-Kindl Kiel geherzt <P>Wesentlich weniger heiterer waren die Erfahrungen vier Jahre später. In besonders schlechter Erinnerung hat Gerg die Wettkämpfe am Mount Allen, dem Austragungsort der alpinen Rennen von Calgary. Weit lehnte sich der deutsche Alpin-Chef Kuno Meßmann vor der Abfahrt aus dem Fenster: &#8222;Gerg oder Kiehl holen eine Medaille.&#8220; Nach einigem Hin und Her &#8211; wegen Sturmböen um die 100 Stundenkilometer musste die erste Ansetzung vertagt werden &#8211; bewahrheitete sich Meßmanns Prophezeiung: Sieg für &#8211; Marina Kiehl. Während das Münchner Gold-Kindl von allen Seiten geherzt und gehätschelt wurde, blieb für die damals 22-Jährige Michaela Gerg nur der enttäuschende 13. Platz. &#8222;Mit Startnummer eins hatte ich keine Chance. Aber dass ausgerechnet Kiehl gewonnen hat, das hat mir schon gscheit gestunken. Da wir vom selben Jahrgang sind, waren wir schon in den Kinderrennen Rivalinnen. Das hat sich während der gesamten Karriere fortgesetzt.&#8220; <P>Auch der Super G, Gergs zweites heißen Eisen im olympischen Feuer, brachte mit Rang zehn nicht das erhoffte Resultat. Richtig bitter wurde es jedoch im Riesenslalom. &#8222;Nach dem ersten Durchgang lag ich aussichtsreich an sechster Stelle und war super drauf. ,Das kann eine Medaille werden&#8216;, hab&#8217; ich mir im Starthäuschen gedacht&#8220;, erinnert sich Gerg-Leitner zurück. Die Zwischenzeit machte Mut: Gerg lag auf Medaillenkurs &#8211; dann kam der verhängnisvolle Innenskifehler. &#8222;Kurz verkantet, und weg war ich. Mit dem Knie bin ich dann gegen die nächste Stange gerumpelt, und weil&#8217;s seinerzeit noch keine nachgebenden Kippstangen gegeben hat, hat eben das Knie nachgegeben.&#8220; <P>Während die Schweizerin Vreni Schneider ihren zweiten olympischen Triumph feierte, nahm sich Dr. Ernst-Otto Münch des Kreuzbandrisses im Krankenhaus Rechts der Isar an. Am seidenen Faden hing damals Gergs Karriere. Doch mit Ehrgeiz und ihrem unerschütterlichen Optimismus machte sich das Alpin-Ass an die Aufholjagd. Der Lohn: Wenn schon nicht bei Olympia, so brachte zumindest ein weiteres Großereignis das ersehnte Edelmetall: die Ski WM 1989 in Vail. <P>Albertville 1992 sollten endlich Gergs Spiele werden. Doch abermals pflasterten Enttäuschungen die Pisten der Lenggrieserin: &#8222;Platz 18 in der Abfahrt &#8211; und das als Favoritin. Mei, da hab&#8217; ich richtig schlucken müssen. Und Platz sieben im Super G war halt auch nur eine Top-Ten-Platzierung.&#8220; <P>Gerg-Leitners trauriger Olympia-Abschluss <P><P>Frust überkommt Gerg-Leitner, die mit ihrem Ehemann Christian und Sohn Matthias inzwischen in Kitzbühel sesshaft geworden ist, beim Gedanken an Lillehammer 1994. Der DSV goutierte das Einzel-Training des Herrn Leitner mit seiner Gemahlin nicht sonderlich. Klar, dass die Zwistigkeiten nicht gerade leistungsfördernd waren. Ein bescheidener 31. Platz im Super G &#8211; knapp drei Sekunden hinter Siegerin Dianne Roffe &#8211; wurde Gerg-Leitners trauriger Olympia-Abschied. <P>Vom heimischen Kitzbühel aus wird Gerg nun den ehemaligen Klub-Kameradinnen Annemarie Gerg und Martina Ertl-Renz die Daumen drücken. Annemarie räumt sie im Hinblick auf die bisherigen Weltcup-Resultate die größeren Medaillenchancen ein: &#8222;Wenn sie die Nerven im Zaum hat, kann sie was reißen.&#8220; K Wolfgang Stauner <P>

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