Im Kino fällt bald der letzte Vorhang

Geretsried - Nach 27 Jahren geht in Geretsried eine Ära zu Ende: Das Kino wird nach Aussage von Betreiber Roland Wolf noch im Mai oder Juni für immer seine Pforten schließen.

Zum ersten Mal öffneten sich die Türen von Cinema und Atelier im November 1984: „Police Academy - Dümmer als die Polizei erlaubt“ und „Einmal Hölle und zurück“ waren die ersten Streifen, die in den Sälen über die Leinwand flimmerten. Seither werden jeden Abend Filme gezeigt.

Doch in den vergangenen Jahren gingen immer weniger Besucher ins Geretsrieder Kino. „Meistens konnte man sie an einer Hand abzählen“, sagt Roland Wolf auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Betreiber investierte auch nicht mehr. „Es macht keinen Sinn, gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen.“

Weil sich der Besucherrückgang auch am Umsatz bemerkbar machte, spielte Wolf schon vor vier Jahren mit dem Gedanken, das Filmtheater zu schließen. Aber er tat es nicht: Das Geretsrieder Lichtspielhaus war für den Gummersbacher etwas besonderes, weil es sein erstes in Bayern war. Später kamen Hausham, Weilheim und Garmisch-Partenkirchen dazu. In Bad Tölz betreibt Wolf neben Casino, Capitol und Stubn auch das neue Isar-Kinocenter im Moraltpark. Seine anderen Betriebe fingen das Defizit auf, das Geretsried verursachte. „Aber irgendwann ist Schluss“, bilanziert Wolf. Aller Voraussicht nach gehen die Lichter in Cinema und Atelier in fünf Wochen aus. „Die Tendenz geht in Richtung 1. Juni“, kündigt der Betreiber an. „Das ist abhängig von den Filmverleihern.“ (nej)

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