„Ein spannendes Thema: Marina (li.) und Lea tauschen mit Günther Eibl ihre Erfahrungen aus. Foto: niedergesäss

Ein kleines Lob kostet nichts

Wolfratshausen - Unternehmer Günther Eibl besuchte die Mittelschule am Hammerschmiedweg. Eibl brachte den Schülern das Thema Wertschätzung näher.

„Wie oft habt ihr in den letzten Wochen ein Lob ausgesprochen“, will Günther Eibl von den 23 Schülern der Klasse 6g in der Mittelschule am Hammerschmiedweg wissen. Die Antworten sind ernüchternd. Die meisten geben ehrlich zu, dass es kein einziges Mal vorgekommen ist, oder sie können sich nicht erinnern. Einige wenige meinen, sporadisch hätten sie gelobt. Damit entsprechen die Schüler dem Durchschnitt: „Mit Lob, Anerkennung und Aufmunterung sind Menschen geiziger als mit Geld“, sagt Eibl.

Dabei kostet ein kleines Lob nicht viel. Nur daran denken und aussprechen muss man es. Damit es leichter fällt und um den Schülern bewusst zu machen, was sie bewirken können, war der mittelständische Unternehmer, Geschäftsführer des gleichnamigen Wolfratshauser Elektro-Installationsbetriebes, und CSU-Stadtrat in der Schule zu Gast. Vier Tage lang spricht er in sieben Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe über Wertschätzung.

„Ein spannendes Thema, bei dem es viel zu erarbeiten gibt“, verdeutlichte Eibl. Zur Wertschätzung gehöre es, den anderen mit seinem Namen anzusprechen und freundlich zu sein. „Das ist eine besonders schöne Form, die weder viel Aufmerksamkeit noch Energie erfordert“, so Eibl. Damit werde auch das Interesse am Mitmenschen ausgedrückt. Hier gehe es auch um den Respekt voreinander und vor Älteren. „Im Bus seinen Sitzplatz einem älteren Fahrgast anzubieten, das sollte eigentlich selbstverständlich sein“, meinte Eibl.

Hier meldeten die Schüler Kritik an. „Zum Respekt gehört aber auch, dass wir Kinder nicht einfach von den Älteren weggeschubst werden“, betonte Orelie. Und Marius wünschte sich mal ein Lob für etwas, das erledigt wurde. Dem konnte Eibl nicht widersprechen. Auch die Jugendlichen hätten ein Recht auf Lob und Respekt.

Die Initiative für den Unterricht kommt von der Interessengemeinschaft Profi im Handwerk. Der Unterricht an der Mittelschule soll erst der Anfang sein. Im Verlauf des Jahres will Eibl in sämtlichen Schulen im Landkreis ab der fünften Klasse sprechen. „Ziel ist es, der Wertschätzung einen zentralen Stellenwert zu geben, sie ins Bewusstsein der jungen Menschen zu rücken.“ Begeistert ist auch Rektor Peter Altstidl: „Das Konzept überzeugte mich sofort. Das gehört zum sozialen Lernen, das auch ein Anliegen unserer Schule und des Kollegiums ist.“

(nie)

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