Auf dem Weg zum Klimaschutzkonzept

Eurasburg - Der neu gegründete Umweltausschuss der Gemeinde Eurasburg tagte zum ersten Mal. Auch die Eurasburger Bürger sollen nun für die Energiewende motiviert und mitgenommen werden.

Am Dienstag traf sich der neu gegründete Umweltausschuss der Gemeinde zum ersten Mal. Diskutiert wurde unter anderem über ein mögliches Klimaschutzkonzept. Dabei zeigte sich: Der Kommune steht eine Mammutaufgabe bevor. Den Anstoß zur Diskussion über ein gemeindliches Klimaschutzkonzept hatten die Grünen gegeben. Sie hatten einen Antrag gestellt, in dem sie ein Konzept auf Basis und nach Muster des Landkreises fordern.

Was genau das „Integrierte Klimaschutzkonzept“ des Landkreises beinhaltet, erklärte der Umweltingenieur Torsten Blaschke von der B.A.U.M. Consult aus München. Rund eine Stunde lang referierte er und erklärte, welche Möglichkeiten die Gemeinde habe. Dabei stellte sich heraus: Die Kommune hat die Qual der Wahl. Sie kann ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen, einen Energienutzungsplan (ENP), Klimaschutzteilkonzepte, Quartierkonzepte für konkrete Sanierungsmaßnahmen – oder sie greift auf den „European Energy Award“ zurück, ein Qualitätsmanagementsystem. Die Kosten für die jeweiligen Maßnahmen bewegen sich zwischen 12 000 und 40 000 Euro, je nach Detailtiefe und Aufwand. Für einiges gibt es finanzielle Förderungen.

Nach der Informationsflut konstatierte der Dritte Bürgermeister Ralf Reichenberg (Freie Wählerschaft Achmühle): „Ich bin momentan von den Informationen erschlagen. Um mir eine Meinung bilden zu können, muss ich mich erstmal intensiv damit befassen.“ Ähnlich erging es seinen Ausschuss-Kollegen. Bürgermeister Moritz Sappl betonte wie wichtig es sei, genau darüber nachzudenken, welchen Weg man gehen wolle. „Ich will später keinen zahnlosen Papiertiger haben. Wenn wir das machen, soll auch was dabei rauskommen“, sagte er.

Marcus Fichtner (Gemeinsame Wählervereinigung) wies darauf hin, dass man bei den Überlegungen immer die Gemeinde als Ganzes im Blick haben müsse. Schließlich würde es nicht nur darum gehen, wie die Kommune bei ihren Liegenschaften Energie sparen könne. Vielmehr sei jeder einzelne Bürger gefragt. Deswegen sprach sich Fichtner ausdrücklich dafür aus, den Eurasburger Weg hin zur Energiewende transparent nach außen zu tragen.

Dem pflichtete Klaus Koch (Bündnis 90/Grüne) bei. „Wir müssen uns überlegen, wie wir unsere Bürger mitnehmen, was sind die Schnittstellen? Was kann ich tun, um die Bürger für die Energiewende zu motivieren, die alternativlos ist?“

Hans Urban (Bündnis 90/Grüne) fragte den Umweltingenieur Blaschke direkt, welche Maßnahme er Eurasburg empfehlen würde? Der sprach sich für das Managementsystem aus. Bürgermeister Sappl erinnerte daran, dass man die Energieverbräuche der gemeindlichen Liegenschaften in den vergangenen Jahren bereits detailliert erfasst habe. Damit habe man quasi den Weg Richtung Managementsystem eingeschlagen.

Man einigte sich schließlich darauf, bei anderen Kommunen nachzufragen, welche Erfahrungen sie mit dem Managementsystem gemacht haben. Am 29. Juli soll der Umweltausschuss erneut öffentlich tagen.  

Von Nina Daebel

Auch interessant

Kommentare