Wild ist nur noch selten auf Lichtungen zu sehen, weil sie die vielen Spaziergänger und Jogger scheuen. Die Folge: Sie bleiben im Wald, wo sie für die Jäger nur noch schwer aufzuspüren sind. Weitere Folge: Der Verbiss an den Jungtrieben nimmt zu, der Wald leidet. Foto: archiv

Knabbernder Schädling

Bad Tölz-Wolfratshausen - Der Wald ist wichtig, aber er hat viele Feinde. Die Stürme rütteln an ihm, die Käfer nagen an ihm - und das Wild knabbert die jungen Triebe auf.

Um die letztgenannte Gefahr zu bannen, macht das Forstamt in den nächsten Wochen und Monaten wieder einmal Inventur. In einem Vegetationsgutachten wird exakt dokumentiert, wie stark der Schaden ist, den Rehwild, Rotwild und Gams auf den Verjüngungsflächen, also dem nachwachsenden Wald, in jüngster Zeit angerichtet haben. Dies ist dann Grundlage für die Abschusspläne, die das Landratsamt erarbeitet. Alle drei Jahre wird so ein Vegetationsgutachten angefertigt, ebenso der daran angelehnter Abschussplan. Es gilt die Regel: Wild vor Wald

Für Waldbesitzer und Jäger ist das von großer Bedeutung. Deshalb hat das Forstamt alle Beteiligten aus dem Nordlandkreis, von der Waldbesitzervereinigung bis zum Jagdbeirat, in den Ascholdinger Holzwirt eingeladen, um sie mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Procedere vertraut zu machen. Direktor Wolfgang Neuerburg erläuterte, dass es für alle Seiten nur von Vorteil sein kann, wenn sie zusammenarbeiten. „Die waid- und die waldgerechte Jagd ist kein Gegensatz“, sagt er. „Ein guter Lebensraum, der alle Pflanzen enthält, ist die Basis für den Wildbestand.“

(vu)

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