Den Feinden der Demokratie entgegentreten

Knobloch: "Rufen Sie mich, wenn Sie mich brauchen"

Geretsried/Waldram - Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern hat dem Historischen Verein Wolfratshausen ihre Unterstützung zugesagt. Der Verein will eine Dokumentationsstätte aufbauen.

Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins Wolfratshausen, plädierte am Samstag im Geretsrieder Kunstbunker wiederholt für den Erhalt des ehemaligen jüdischen Badehauses auf dem Kolpingplatz in Waldram. Anschließend brandete zustimmender Applaus auf. Damit bekundeten die rund 300 Gäste der Ausstellungs-Eröffnung „Wir lebten in einer Oase des Friedens“ ihre Solidarität mit dem Vorhaben.

Krafft und ihre Mitstreiter haben nun prominente Unterstützung für ihr Vorhaben, eine Dokumentationsstätte und ein Begegnungszentrum in Waldram aufzubauen: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern sowie ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte, den Historischen Verein unterstützen zu wollen. Obwohl es „sicher auch viele gute Gründe gibt, das Areal dem Vergessen zu überantworten“. Unter anderem, weil in dem Gebäude das Arbeiterheim der IG-Farben Munitionsfabrik untergebracht war.

„Ich spreche mich ausdrücklich für das Vorhaben des Historischen Vereins aus. Das Projekt genießt meine volle Unterstützung und Befürwortung“, sagte Knobloch. Sie bezeichnete das ehemalige jüdische Badehaus als „besonderen Ort“ und betonte, dass es wichtig sei, einen solchen für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Vor allem, weil es gelte, eine Erinnerungskultur zu pflegen. In diesem Zusammenhang appellierte Knobloch an die Jugend, sich politisch zu engagieren und die Errungenschaften der letzten sechs Jahrzehnte zu verteidigen. „Wir müssen uns leidenschaftlich zur freiheitlichen Demokratie bekennen und ihren Feinden entschlossen entgegentreten.“ Nur so könne man „die Welt ein kleines bisschen besser machen“. Bevor Knobloch den Kunstbunker verließ, winkte sie in die Menge und sagte: „Rufen Sie mich, wenn Sie mich brauchen, ich werde da sein.“ (njd)

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