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Betriebsschau: Inhaber Michael Stöger (re.) führte die Innungsmitglieder der Metaller mit Obermeister Michael Will an der Spitze durch seinen neuerbauten Betrieb.

„Dürfen die Augen nicht verschließen“

Metaller-Innung sorgt sich um Nachwuchs

Königsdorf – Zunehmender Lehrlingsmangel und ständig steigende Abgaben an übergeordnete Fachverbände, das sind die Hauptprobleme, mit denen die Mitgliedsbetriebe der Metaller-Innung in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zu kämpfen haben.

Dies wurde in der Jahresversammlung der Handwerker deutlich. Und das, obwohl die Branche derzeit jede helfende Hand benötigt: „Über die Hälfte aller Metall-Unternehmen beschreiben die Entwicklung ihres Auftragsbestands als gleichbleibend gut. 27 Prozent sagen sogar, dass sich die Lage verbessert hat“, berichtete Innungs-Obermeister Michael Will.

Prekär ist die Lage aktuell im dritten Lehrjahr. Nur 15 Auszubildende sind registriert. „Die Berufsschule in Miesbach benötigt mindestens 16 Teilnehmer, um eine eigene Klasse bilden zu können“, erklärte Lehrlingswart Thomas Zeindl. Besser sieht es im ersten und zweiten Lehrjahr aus, in dem es 26 beziehungsweise 21 Auszubildende gebe: „Auch wenn die Tendenz etwas ansteigt, dürfen wir die Augen vor künftigen Problemen nicht verschließen“, so Zeindl.

Aktuell sind für das laufende Jahr deutschlandweit rund 15 000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Deshalb will die regionale Innung die Nachwuchswerbung verstärken. Die Schulen mit ihrem Werkunterricht sind sehr interessiert, sie müssten nur seitens der Innung mit Material und Werkzeug unterstützt werden. „So lange an den Schulen alles mit Holz gemacht wird, wollen alle nur noch Zimmerer werden“, warf ein Innungsmitglied ein.

Probleme hatte die Innung zuletzt auch, Freiwillige zu finden, die im Gesellenausschuss tätig sind. Letztlich gewann sie Benjamin Knorr und Benedikt Schlegl (beide Firma Nirschl, Irschenberg ) und Peter Kiefersauer (Firma Schaflitzl, Arzbach) sowie Michael Finger (Firma Eigendorf, Waakirchen) für dieses Ehrenamt. Da die ständig steigenden Beiträge für die übergeordneten Fachverbände zunehmend auf Unmut stoßen, möchte die Innung den Verbänden klar machen, dass es so nicht weitergehen kann. Andernfalls befürchtet man, dass immer mehr Betriebe die Innungs-Mitgliedschaft aufkündigen.

Zum Einstieg in die Jahresversammlung hatte Michael Stöger die Handwerker durch seinen neu erbauten Betrieb in Königsdorf geführt. Das mittelständische Unternehmen „Stöger Automation“ verfügt über 25-jährige Erfahrung.

esc

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