Kritisch: (v. li.) Prüfer Manfred Stiefel vom Deutschen Brotinstitut, Konrad Stelmaszek, Obermeister der Bäckerinnung Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach und Roland Herzog als Hausherr der Jugendsiedlung Hochland und Beobachter. sh
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Kritisch: (v. li.) Prüfer Manfred Stiefel vom Deutschen Brotinstitut, Konrad Stelmaszek, Obermeister der Bäckerinnung Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach und Roland Herzog als Hausherr der Jugendsiedlung Hochland und Beobachter.

Bäcker-Innung

Stollen auf dem Prüfstand: 58 Kostproben in zwei Tagen

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Weihnachten kann kommen: Das Deutschen Brotinstitut hat 58 Stollen der Betriebe der Bäcker-Innung getestet. Und für gut befunden.

Königsdorf – Alle Jahre wieder stellen sich zahlreiche Bäcker aus dem Oberland mit ihren Produkten der Stollenprüfung der Bäcker-Innung Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach. „Für die Betriebe ist es eine freiwillige Qualitätskontrolle“, sagt Manfred Stiefel, Prüfer vom Deutschen Brotinstitut. „Denn falls uns etwas auffällt, können wir auch gerne Tipps geben, wie man das eine oder andere vermeidet oder verbessert.“ Das Ergebnis der jüngsten Prüfung war überzeugend: Von 58 Proben aus zwölf Unternehmen wurden 33 (56,90 Prozent) mit „sehr gut“ und 24 (41,38 Prozent) mit „gut“ bewertet. Ein Stollen lief außerhalb der Konkurrenz.

Normalerweise findet die Prüfung unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Doch auch hier hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Damit sämtliche Hygieneregeln eingehalten werden konnten, wurde die Veranstaltung heuer in die Räume der Jugendbildungsstätte Königsdorf verlegt.

Zuerst prüft Stiefel das Äußere jedes Stollens. „Denn das ist auch der erste Eindruck, den der Kunde wahrnimmt“, sagt er. Dann greift der Prüfer zum Messer. „Wie sieht der Stollen von innen aus? Sind Früchte in ausrechender Menge vorhanden und gut verteilt?“ Die letzte Prüfungskategorie ist dem Geruch und dem Geschmack vorbehalten.

„Der Stollen ist ein traditionelles Gebäck“, erklärt Stiefel. In der Vergangenheit seien Zutaten verwendet worden, die man sich oft das ganze Jahr über abgespart habe. Heute sind der Fantasie hingegen keine Grenzen gesetzt: Füllungen mit Nuss, Mohn, Pistazien, Orangen oder gar Eierlikör gelten nicht mehr als Exoten gegenüber dem Klassiker mit Rosinen, Orangeat und Zitronat. Stiefel weiß, wovon er redet: Seit November hat er 903 Stollen probiert. Kann er dann überhaupt noch Stollen sehen? Stiefel muss lachen. „Jetzt, nach den beiden Prüftagen, brauche ich schon eine kleine Pause. Aber zu Weihnachten kommt wieder einer auf den Tisch. Das ist einfach Tradition.“  sh

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