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Tasneem Dustagheer gestaltet gerne Mandalas.

Ausstellung auf der Kunstmeile in Wolfratshausen

„Ich liebe die Farbe Gold“

97 Künstler beteiligen sich an der Wolfratshauser Kunstmeile, die am heutigen Freitag eröffnet wird. Zum ersten Mal mit dabei ist Malerin Tasneem Dustagheer aus Königsdorf.

Wolfratshausen/Königsdorf– Die Frage hört Tasneem Dustagheer oft: Wie kann man aus einem Paradies im Indischen Ozean nach Deutschland auswandern? Tasneem Dustagheer stammt aus Mauritius, diesem paradiesischen Inselstaat bei Madagaskar.

Die Antwort ist ganz einfach: Dustagheer hat zu Deutschland einen besonderen Bezug, denn ihre Mutter kommt aus Traunstein. „Ich wollte immer schon gerne hier leben“, erinnert sie sich. Nach dem Studium in Marketing und Public Relations fasste die junge Frau 2014 den mutigen Entschluss, die Heimat zu verlassen und weit weg nach Berlin zu gehen. Sie wollte Flugbegleiterin werden, wie ihr Vater, der bei der Air Mauritius arbeitet. Doch es sollte ganz anders kommen. Es tat sich ein neuer Weg auf. Dustagheer ging nach München und lernte ihren Freund Daniel aus Königsdorf kennen. Seit März lebt die heute 27-Jährige bei ihm und seiner Familie.

Dustagheer spricht fließend Deutsch, manchmal spitzt sogar schon ein leichter bairischer Akzent durch. Beruflich wie künstlerisch steht sie jedoch noch ganz am Anfang. Gerade hat sie ein Praktikum in der Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland begonnen. „Dort arbeite ich mit Kindern“, sagt sie. Unterdessen konzentriert sich die junge Künstlerin auf ihre Malerei. Mandalas, jene meditativen kreisförmigen Muster, die ihren Ursprung im Hinduismus und Buddhismus haben, sind ihr künstlerisches Thema.

Dustagheers Mandalas leuchten, denn sie kombiniert die kreisförmigen Muster mit starken Hintergrundfarben und der metallisch-schimmernden Farbe Gold. Somit entsteht, je nach Lichteinfall, ein sich veränderndes Farbenspiel. Ihre Mandalas widmet die junge Frau immer vertrauten Menschen. „Ich male und denke dabei an einen Freund“, sagt sie.

Teilweise sind ihre Mandalas feminine Collagen, denn sie fügt Frauenabbildungen aus Zeitungen so geschickt in die Malerei ein, als würden die meist weiblichen Akte im Sog der Mandala-Kreise eintauchen. Tasneem Dustagheer malt aus der Fantasie heraus, sie will sich keinen Vorgaben beugen. „Manche Zirkel treffen sich, so wie sich Ereignisse im Leben treffen“, erklärt sie. Jedes Mandala bekomme seine eigene Story. „Aber erst nach seiner Vollendung.“

Dustagheer stellt während der Kunstmeile in den Schaufenstern am Wolfratshauser Bürgerbüro aus.

Wolfratshauser Kunstmeile: 97 Künstler beteiligen sich an der Wolfratshauser Kunstmeile, die von 22. September bis 8. Oktober stattfindet. Ausgestellt wird in Schaufenstern von Geschäften, Galerien, Kirchen und im öffentlichen Raum in einem Karree zwischen Altstadt, Bahnhof und Sauerlacher Straße bis zum Floßkanal. Den Flyer zur Kunstmeile gibt es auf www.kuenstler-wolfratshausen.de unter dem Menüpunkt Kunstblog. (Andrea Weber)

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