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In der Stockschützenhalle sind derzeit Asylbewerber untergebracht.

„Das Gesamtpaket passt“

Asyl: Stockschützenhalle soll bis Juli geräumt werden

Königsdorf – In Königsdorf ist die Welt offenbar in Ordnung: In der Bürgerversammlung gab es keine kritischen Fragen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass zeitgleich der FC Bayern spielte.

Rund 50 Bürger hatten sich am Mittwochabend im Postsaal eingefunden. Ihnen berichtete Bürgermeister Anton Demmel, dass die Gemeinde vor gut einem Jahr die 3000-Einwohnermarke geknackt habe. Derzeit liege man bereits bei etwa 3100 Einwohnern.

Anton Demmel, Bürgermeister von Königsdorf

In seinem Rechenschaftsbericht arbeitete der Rathauschef sämtliche aktuellen Gemeindethemen ab. Als Hauptthemen bezeichnete er die bauliche Entwicklung in der Gemeinde und die Unterbringung von Asylbewerbern. In Sachen Stockschützenhalle, die seit Dezember als Unterkunft für Flüchtlinge dient, kündigte er an, dass diese im Juni oder Juli geräumt werde, „wenn alles klar geht“. Er betonte, dass der Sportverein die Belegung der Schulturnhalle verhindert habe, indem er die Stockschützenhalle zur Verfügung gestellt habe. „Ich bin dem Sportverein unendlich dankbar“, sagte Demmel. „Wir stehen nun im Wort, dass wir auch vereinbarungsgemäß wieder abbelegen.“
 
Es stünde dann auch die neue Unterkunft am Roßmoosweg zur Verfügung. Eine weitere Einrichtung sei zur Erfüllung der Quote in Planung. Auch diese Unterkunft soll privat errichtet werden. Der Bürgermeister dankte dem „sehr aktiven Helferkreis, ohne den das alles so nicht funktionieren würde“.

Was die bauliche Entwicklung in der Gemeinde angeht, berichtete Demmel von einer „Antragsflut“ zur Baulandsausweisung. Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Bebauungsplänen gebe es Nachfragen von sechs Eigentümern. Dabei gehe es um fünf Hektar. In ihrer Klausur seien sich die Räte allerdings darüber einig gewesen, dass der Gemeinderat die Ortsentwicklung planen und nicht auf Zuruf agieren wolle. Ein Rahmenplan soll deshalb erstellt werden. Schließlich wolle man den Charakter des Dorfes erhalten.

Zur Kindertagesstätte (Kita) berichtete der Ratshauschef, dass die Anmeldezahlen stetig hoch seien. Mit Schule, Mittagsbetreuung, Kita und offener Ganztagsschule biete die Gemeinde Beachtliches für die Kinderbetreuung. Aber es gelte auch, zukunftsfähig zu planen. Die Sanierung des Eisplatzes sei gerade in der Ausschreibung. Dieser könnte – falls die neuen Anmeldezahlen es nötig machen – für mobile Lösungen für Mittagsbetreuung, Kindertagesstätte und Schule genützt werden. Ein Planung, die Ex-Gemeinderätin Gertraud Hofherr kritisch beurteilte. Sie sagte in der Versammlung, dass es bessere Plätze für Container gebe als den dann neu hergerichteten Eisplatz. Demmel entgegnete, dass der Standort nur eine Option sei.

Zum Thema Geothermie wusste Demmel nur zu berichten, dass das „Recht zur Aufsuchung“ verlängert wurde. Zur Trinkwassersituation erklärte er, dass inzwischen das Gebäude stehe, in das die Ultrafiltrationsanlage eingebaut werde. Für Ende 2016 sei die Inbetriebnahme geplant. Man sei bestrebt, zusammen mit Geretsried im Zeitrahmen zu bleiben. Am Ende zog Demmel eine positive Bilanz: „In Königsdorf passt das Gesamtpaket.“

von Yvonne Zuber

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