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Völlig zwanglos geht es bei „Blech meets Blues“ am letzten Sonntag des Juli auf der Königsdorfer Alm zu – so auch vor wenigen Tagen. Musiziert wird, bis kein Musiker mehr da ist oder das Wetter dem Treiben ein Ende setzt.

Ein wohltönendes Stück Heimat

„Blech meets Blues“ auf der Königsdorfer Alm

Königsdorf – Bei „Blech meets Blues“ auf der Königsdorfer Alm wird seit vielen Jahren der Stilmix gepflegt

Auch wenn der weiß-blaue Himmel über der Königsdorfer Alm bei Geretsried am letzten Sonntag im Juli nicht zu sehen war – der musikalischen Freiluftveranstaltung „Blech meets Blues“ tat dies nicht den geringsten Abbruch. Mit den „Laurenzi Buam“ begrüßte Johann Stark auch in diesem Jahr zahlreiche Besucher vor idyllischer Kulisse.

Die Königsdorfer Alm blickt als Weidebetrieb mit Almhütte auf eine langjährige Tradition seit 1907 zurück. Inzwischen ist der Weidebetrieb am Stadtrand von Geretsried verhältnismäßig klein geworden. Doch von Mai bis September heißt Familie Schwaighofer auf der Alm die Musikanten immer sonntags willkommen.

Johann Stark, von Beruf Rechtsanwalt in Geretsried und Musiker, organisiert das „Blech meets Blues“ in diesem Jahr seit vierzig Jahren. Aus einem Zufall heraus ist diese Begegnung unterschiedlicher Musiker und Musikrichtungen unter freiem Himmel zur festen Tradition geworden. Damals sind Stark und seine Mit-Musiker nach einem Jazz-Abend auf dem Heimweg noch in der Königsdorfer Alm gelandet und dort versumpft. Man übernachtete dort, und am darauffolgenden Morgen hat man dann spontan ein wenig mitgespielt, als die programmgemäß angekündigten Musiker ihren Auftritt hatten. So mischten sich einst jazzige Töne in die Volksmusik, was allen Beteiligten und den Gästen so gut gefiel, dass man beschloss, dies jährlich zu wiederholen.

Es blieb nicht aus, dass ein solch ungewöhnlicher Hoagascht spielfreudige Musiker aller Art anziehen sollte. Johann Stark wusste die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Zum Beispiel, wie der inzwischen vielfach preisgekrönte Jazz-Saxofonist und Musikprofessor Johannes Enders aus Weilheim aufspielte. „Da haben einige gemault und gemeint, das wäre ja fürchterlich, der spiele ja ohne Rücksicht auf Tonart oder Takt was ihm gerade so einfällt“, erzählte Stark und schmunzelte. Mit von der Partie waren und sind immer auch zahlreiche Musikgrößen, etwa Florian Rein von den „Bananafishbones“ mit seiner Formation „Session for 4“ ebenso wie der in Geretsried lebende Komponist und Musiker Titus Vollmer oder der Ausnahme-Trompeter Florian Sagner (The Stimulators).

So vermischt sich seit vierzig Jahren musikalisch alles, es geht spontan und ungeplant durcheinander. Zwischen den Jazz-Standards ertönen Landler und Polka, und nach einem Banjo-Orchester können durchaus Lieder von Franz Schubert erklingen. Heuer bereicherten mit den „DC Alcodas“ wieder einmal ganz junge Jazz-Musiker das gemütlich hockende Publikum auf den Bierbänken. Fazit: Schon lange vor dem inzwischen vom Bayerischen Rundfunk populär gemachten „Heimatsound“ ist „Blech meets Blues“ ein wohltönendes Stück bayerische Heimat für alle.

von Assunta Tammelleo

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