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Budeln und verlegen: Eigentlich sollte der Breitbandausbau in Königsdorf längst abgeschlossen sein. 

Es funktioniert nicht wie geplant

Breitbandausbau: Königsdorf fährt die Krallen aus

Das Thema Breitbandausbau sorgt inzwischen in fast jeder Königsdorfer Gemeinderatssitzung für erhitzte Gemüter. Am Dienstag machten die Räte ihrem Ärger erneut Luft.

Königsdorf –  Im November hatte Bürgermeister Anton Demmel bekanntgegeben, dass der Ausbau des Breitbandnetzes vollzogen ist – nachdem der Termin mehrfach verschoben worden war. Doch der Ausbau funktioniert nicht wie geplant.

Zuletzt hatte sich ein neuverlegtes Kabel als defekt herausgestellt. Die Arbeiten daran sollten bis Ende März abgeschlossen sein. Nun vermeldete Vize-Bürgermeister Sebastian Seidl (CSU) in der Sitzung, dass das defekte Kabel laut der Telekom ausgetauscht ist und alle notwendigen Arbeiten abgeschlossen sind. Die Leistungen des Unternehmens seien somit wieder buchbar. „Wenn es irgendwo nicht funktioniert, dann bitte an die Verwaltung melden“, bat Seidl.

Daraufhin platzte einigen Räten der Kragen. „Es funktioniert bei den meisten nicht“, schimpfte Hans Hartl. Manche könnten tagelang nicht telefonieren. Der FW-Gemeinderat berichtete von einem Bürger, dessen Telefonat sogar mitten im Gespräch abgeschnitten worden war. Auf Nachfrage sei dem Königsdorfer erklärt worden, dass er damit rechnen müsse, vier Tage nicht telefonieren zu können.

Bernhard Woisetschläger (UBL) empörte sich darüber, dass die „Wasserstandsmeldungen“ der Telekom nicht viel wert seien. Luise Seemayer erinnerte daran, dass der Ausbau schon vor einem Jahr hätte fertig sein sollen. „Und wir sind so nett und lassen uns immer wieder vertrösten“, ärgerte sich die CSU- Rätin. Bevor das Unternehmen neue Anträge annehme, solle es erst einmal alles zum Laufen bringen. Seemayer forderte, der Telekom eine Frist zu setzen und endlich „jetzt langt’s“ zu sagen.

Rainer Kopnicky (FW) fand, dass noch ausstehende Zahlungen an die Telekom „eingefroren“ werden sollten. Außerdem sollte man überlegen, das Unternehmen in rechtliche Haftung zu nehmen. Der Schaden für Handwerks- und Gewerbebetriebe sei bezifferbar. Zudem riet er dazu, sich beim Gemeindetag schlauzumachen. „Es kann nicht sein, dass man die Gemeinde und die Bürger immer wieder mit Versprechungen hinhält“, so Kopnicky.

Auch Ratskollege Hartl plädierte dafür, endlich „die Krallen auszufahren“. Andreas Baumann, Bauamts- und Geschäftsleiter der Gemeinde, bemühte sich, die Aufregung der Räte etwas zu mildern. Er berichtete, dass man nun einen festen Ansprechpartner bei der Telekom habe. „Wir werden versuchen alles zu klären.“ Vize-Rathauschef Seidl rief daraufhin die Bürger nochmals auf, unbedingt bei der Verwaltung zu melden, wo es welche Probleme gibt. 

yvi

Lesen Sie auch: „Kein Tag ohne Beschwerde: Breitband-Probleme in Königsdorf“

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