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Der brutale Raubüberfall ereignete sich zwei Tage vor dem Faschingswochenende in diesem Haus.

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Doppelmord von Höfen: Die grausamen Täter müssen vor Gericht

Aus Habgier wurde im Februar in Höfen ein grausames Verbrechen verübt. Die Täter konnten gefasst werden - nun kommt es zum Prozess. Die Staatsanwaltschaft München II hat Anklage erhoben.

Es gibt diese Szenen, in denen Erleichterung spürbar wird, wenn Fahnder wissen: Wir haben es geschafft. Im April schlurfen drei Gestalten durchs Hauptquartier der Polizei im polnischen Stettin, bewacht von Polizisten, die ihre Gesichter zur Sicherheit hinter Sturmmasken verbergen. Einer der drei Männer ist Robert P. (43), er sieht ausgezehrt aus. Es handelt sich bei ihm um den Hauptverdächtigen im Mordfall Höfen, er hatte sich auf der Flucht tagelang im Wald versteckt. 

Am 23. Februar soll er mit Komplizen im Haus einer Witwe (76) in Königsdorf-Höfen eine gleichaltrige Besucherin aus Eschborn und einen Bekannten (81) aus Hagen brutal getötet haben. Sein Motiv: Habgier. Nur die Hausherrin überlebte. Nun hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage erhoben. Der Vorwurf: Mord, Menschenraub, besonders schwerer Raub. Laut Oberstaatsanwältin Andrea Mayer sind die drei Männer in der Nacht auf den 23. Februar in das freistehende Anwesen im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen eingedrungen. Sie überwältigen dort die drei Senioren und gingen gegen sie mit massiver Gewalt vor. Vor Ort fiel damals das Wort Folter.

Maskierte Polizisten führen Mittäter Michal N. ab.

Einbruch in Königsdorf: Hausherrin verdankt wohl Nachbar ihr Leben

Mit Schmuck und Wertgegenständen in fünfstelliger Höhe verließen die Gangster wieder das Haus, die zwei Besucher waren infolge der Misshandlungen gestorben, nur die Witwe Luise S. überlebte schwerst verletzt. „Die Dame ist nur knapp dem Tod entronnen“, sagte später ein Polizeisprecher. Sie dürfte ihr Leben einem Nachbarn verdanken, der hatte sich Sorgen gemacht, weil er tagelang nichts von ihr sah oder hörte. Er alarmierte schließlich am Samstag die Polizei. Luise S. wurde gefunden, es begann sofort eine Jagd nach den Verbrechern. 

Den Tipp, dass es in dem Haus etwas zu holen gab, hatten die mutmaßlichen Mörder von der Schwester von Robert P. erhalten. Die 49-Jährige hatte in dem Haus als Pflegekraft gearbeitet, auch sie ist angeklagt. Wie auch ihr Neffe Michal N. (24) und der dritte Mann, Jakub G. (33). Der wurde  in der Tatnacht in der Rastanlage Höhenrain an der A95 gefilmt. Auf die Spur waren ihnen die Ermittler durch eine DNA und ein Handy gekommen. Die Beute haben sich die vier geteilt. Das Opfer Luise S. erholt sich nur sehr langsam. „Es geht ihr aber deutlich besser“, berichtet Oberstaatsanwältin Mayer. Die 170-Seitenstarke Anklageschrift wird nun auf Zulassung geprüft. 

MC

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