Der Streit eskalierte

Ehemann mit kochendem Wasser verbrüht: Frau (27) vor Gericht

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Im Streit schüttete eine Asylbewerberin (27) ihrem Ehemann kochendes Wasser über den Leib. Nun wurde die Frau vom Amtsgericht Wolfratshausen zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Königsdorf/Wolfratshausen – „Es tut mir leid. Das war ein großer Fehler“, räumte die Angeklagte ein. Warum sie sich zu der Tat hatte hinreißen lassen, konnte sie jedoch nicht schlüssig erklären. Ihr Mann, der Ende Oktober 2016 in einer Asylbewerberunterkunft in Ludwigshafen untergebracht war, sei unverhofft in Königsdorf aufgetaucht, sagte die Frau. Sie habe ihn der Lüge bezichtigt, er habe gedroht, sie zu töten. Als sie mit einer Tasse heißem Wasser – sie habe sich Tee kochen wollen – ins Zimmer gekommen sei, habe er sofort ihre Haare gepackt, ihr eine Ohrfeige gegeben und mit dem Fuß nach ihr gekickt. „Aus Versehen habe ich ihm die Tasse heißes Wasser darüber geschüttet.“

„Er hat geschrien vor Schmerzen“

Sie möge dem Gericht keinen Schmarrn erzählen, übersetzte der Dolmetscher dann auf Wunsch des Richters für die Angeklagte. Die Zweifel an den Schilderungen der Frau rührten in erster Linie von den Beweisfotos her, die die schweren Brandwunden des Geschädigten dokumentierten. Die waren von der Menge einer Teetasse nicht zu erklären. Zudem hatte eine Mitbewohnerin der Beschuldigten ausgesagt, der Mann habe nach einem lauten Streit lediglich bei ihr auf den Bus gewartet, mit dem er zurück nach Rheinland-Pfalz wollte, als seine Frau mit einem vollen Wasserkocher ins Zimmer gestürmt sei. „Wir waren alle geschockt“, so die Zeugin. „Er hat geschrien vor Schmerzen.“

Der Ehemann hatte bei der Polizei bestätigt, dass seine Frau aus Wut den Inhalt des Wasserkochers nach ihm geschüttet hatte. Er lege jedoch keinen Wert darauf, dass seine Frau, die eine Aufenthaltserlaubnis besitzt und hier eine Ausbildung machen möchte, bestraft werde.

Richter Helmut Berger verurteilte die Angeklagte zu acht Monaten Gefängnis, setzte die Strafe jedoch für zwei Jahre zur Bewährung aus. Der Dolmetscher übersetzte mit energischer Stimme: „Wenn sie wieder was macht, ist die Gefahr groß, dass sie eingesperrt wird.“

Rubriklistenbild: © dpa

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