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Ein Parteiwechsel und die Folgen

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Von: Volker Ufertinger

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Anton Demmel hat sich von den Freien Wählern ab-, und der CSU zugewandt. Somit ist er 2020 ein potenzieller Gegenkandidat zu Landrat Josef Niedermaier. © Foto: Hermsdorf-Hiss

Königsdorf - Anton Demmel, Bürgermeister von Königsdorf, wechselt von den Freien Wählern zur CSU. Das hat Folgen, sowohl in der Gemeinde- als auch in der Kreispolitik. Mittelfristig gesehen ist die Sache sowieso hochinteressant.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nein, Susanne Merk war nicht überrascht, als sich Anton Demmel vergangene Woche zum Kaffee ankündigte. Die Kreisvorsitzende der Freien Wähler (FW) ahnte schon, worum es gehen könnte: den Wechsel des Königsdorfer Bürgermeisters zur CSU. „Wir haben das ganz sachlich besprochen, wir sind ohne jeden Groll auseinandergegangen“, sagt sie. Der Toni sei eben ein Mann voller Tatendrang. Ihr war klar, dass er nach dem Austritt aus der FW-Fraktion auf Dauer kein Einzelgänger im Kreistag bleiben will. „Und dass er zu den Grünen geht, war eher unwahrscheinlich.“

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Susanne Merk (Freie Wähler) hegt keinen Groll gegen ihren Ex-Fraktions-Kollegen. © Foto: Archiv

Für die Arbeit im Kreistag – in dem aktuell 23 CSUler und 15 Freie Wähler vertreten sind – sollte Fraktionszugehörigkeit sowieso eine untergeordnete Rolle spielen, findet Merk. „Es geht für jeden einzelnen darum, für den Landkreis die bestmögliche Arbeit zu machen, egal, wo man politisch steht“, sagt sie. Wichtige und auch emotionale Themen gebe es genug, etwa die Geburtshilfe. Probleme sieht sie höchstens auf die CSU zukommen, die den Abweichler erst einmal integrieren muss – Stichwort Ausschüsse. „Aber das ist Gott sei Dank nicht das Thema der Freien Wähler.“

Martin Bachhuber ist sehr zufrieden mit dem Coup. „Ich bin alles andere als traurig“, sagt er auf Anfrage. Der Name Anton Demmel habe Gewicht. „Auch seine Wahlergebnisse sprechen für ihn. Wenn so jemand kommt, dann freut sich natürlich jeder Fraktions- und Kreischef.“ Ob Demmel 2020 auch als Landratskandidat ins Rennen geschickt werden soll, dazu will Bachhuber im Moment noch nichts sagen. Es sei zu früh, jetzt müsse man erst einmal die Landtagswahl im Herbst hinter sich bringen. Dass die Überlegung auf der Hand liegt, bestreitet Bachhuber nicht. „Dass so ein erfahrener Kommunalpolitiker wie Anton Demmel immer zum Kreis der möglichen Kandidaten zählt, ist klar, aber wir wollen diese Debatte jetzt noch nicht führen.“

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Martin Bachhuber über über den Zuwachs zu seiner Fraktion sehr erfreut. © Foto: Archiv

In Königsdorf wird sich einiges ändern – jedenfalls auf dem Papier. Bisher hatte man dort einen Freien Wähler als Bürgermeister, jetzt einen CSU-Mann. Nun gehören Rathauschef und Stellvertreter (Sebastian Seidl) beide der CSU an. Dennoch ist FW-Ortsvorsitzender Hans Hartl weit davon entfernt, Demmel einen Vorwurf zu machen. „Natürlich ist es ein herber Verlust, aber ich kann dem Toni nicht bös’ sein.“ Demmel sei ein Glücksfall für Königsdorf gewesen, und er werde ihn weiter unterstützen, wo er nur kann. Auch die Tatsache, dass jetzt zwei CSUler an der Spitze stehen, beunruhigt ihn nicht. „Das hatten wir umgekehrt mit dem Toni und dem Reiner Kopnicky auch schon mal.“ Überhaupt gehe es in Königsdorf nicht so sehr um Parteipolitik als vielmehr um Sachfragen – eben dies sei ein Verdienst von Demmel. „Der Toni würde nie einen Aufstand gegen seine ehemaligen Leute anzetteln.“

Der CSU-Ortsvorsitzende Johann Stöger jun. freut sich natürlich über den prominenten Zuwachs. „Ich komme mit ihm persönlich gut aus und schätze seine politische Arbeit sehr.“ Er hofft, dass Demmel ihm den unterschriebenen Mitgliedsantrag noch vorbeibringen wird. Weit hätte er es nicht, beide sind Schönrainer. 

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