Einweisen: Zwischen Pilot und Flughelfer besteht eine enge Verbindung. Durch Handzeichen wird die Maschine in die richtige Position dirigiert.
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Einweisen: Zwischen Pilot und Flughelfer besteht eine enge Verbindung. Durch Handzeichen wird die Maschine in die richtige Position dirigiert.

Unterstützung durch das Segelflugzentrum

Flughelfer und Polizeihubschrauberstaffel Bayern trainieren in Königsdorf den Ernstfall

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    VonSabine Hermsdorf-Hiss
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Waldbrände in aller Welt waren in diesem Sommer allgegenwärtig in den Nachrichten. Die Bekämpfung der Feuer aus der Luft war ein Teil der Strategien. In Königsdorf trainierten das nun die Flughelfer gemeinsam mit der Polizei.

Königsdorf – Berichte von verheerenden Waldbränden beherrschten diesen Sommer die Nachrichten. Feuer, denen man am Boden kaum noch Herr werden kann. Die einzige Möglichkeit besteht über den Luftweg. Damit im Ernstfall jeder sicher seine Aufgabe erfüllen kann, trafen sich die Flughelfer des Landkreises mit Kräften der Polizeihubschrauberstaffel Bayern (PHuStBy) aus Hallbergmoos in Königsdorf. Das Segelflugzentrum (SFZ) unterstützte wie immer die Übenden.

Langsam steuert der blau-weiße Eurocopter das SFZ-Gelände an. „Edelweiß 3 für Tango Boden“, so nimmt Albert Metsch (52), Chef der Flughelfer, per Funk Kontakt zum Piloten auf, und sagt nach Rückmeldung: „Zuerst die Transportboxen aufnehmen.“ Die tonnenschwere Maschine sinkt herab, ein Kollege Metschs dirigiert sie mit Handzeichen in die richtige Position. Der EC 135 schwebt knapp über der Erde, als zwei weitere Flughelfer die Last an der Unterseite des Hubschraubers einhängen. Daumen hoch, fertig. Der Eurocopter gewinnt an Höhe, die etwa 200 Kilogramm schwere Box am Haken pendelt hin und her. „Der heutige Ostwind ist eine fliegerische Extraherausforderung“, zollt Metsch dem Piloten Respekt.

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Im Ernstfall lassen sich in den Spezialtransportboxen verschieden Ausrüstungsgegenstände schnell zum Einsatzort bringen. Ebenso können die Hubschrauber mit Hilfe von Außenlastbehältern (Semat) das Wasser punktgenau über einem Brandherd ablassen. „Gerade im unwegsamen Gelände ist dies oft die einzige Möglichkeit, um löschen zu können“, sagt Metsch. Kein Wunder also, dass die Brandbekämpfung aus der Luft einen immer höheren Stellenwert einnimmt. „Alle zwei Jahre muss die Hubschrauberbesatzung das Zusammenspiel und die Einsatzfähigkeit der technischen Geräte trainieren, um den sogenannten Klarstand zu erreichen“, erklärt Metsch. Deshalb befinden sich an Bord neben dem Piloten und dem Techniker zwei erfahrene Ausbilder.

Inzwischen haben die Helfer die Box wieder abgehängt, nun ist der Semat mit einem Fassungsvermögen von 900 Litern an der Reihe. Wieder wird der Pilot mit seiner Maschine eingewiesen, der Behälter eingehängt und das Auslösekabel angeschlossen. „Mit ihm kann man vom Inneren der Maschine aus das Ablassen steuern“, erklärt der Flughelfer. Mit Wasser befüllt wird der Semat durch Eintauchen in den angrenzenden Teich. Dann geht es über eine Grünfläche, über der der Behälter entleert wird. Metsch zeigt sich zufrieden. Alles passt.

Seit 1987 besteht die Sondereinheit der Flughelfer mit Standort in Wolfratshausen. Die Mitglieder kommen aus Wehren des gesamten Landkreises, gemeinsame Übungen mit Polizei, Bundeswehr, Heer und Luftwaffe sind Usus. „So können beide Seiten das Zusammenspiel üben“, betont der 52-Jährige. „Schließlich sind wir im Einsatz Partner, Partner auf die wir uns im Ernstfall verlassen.“ Ein Dank geht ans Segelflugzentrum: „Wir sehen es nicht als selbstverständlich an, dass wir immer wieder hierher kommen dürfen.“

sh

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