Land unter: Bei Starkregenereignissen stehen Teile der Gemeinde Königsdorf immer wieder unter Wasser, hier die Höfe an der Osterhofener Straße nach den jüngsten Wetterkapriolen.
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Land unter: Bei Starkregenereignissen stehen Teile der Gemeinde Königsdorf immer wieder unter Wasser, hier die Höfe an der Osterhofener Straße nach den jüngsten Wetterkapriolen.

Gemeinde vor Mammutaufgabe

Gutachten zum Hochwasser-Management liegt vor – Zunächst Erörterung mit den Hauptbetroffenen

  • VonPeter Borchers
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Das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten zum Hochwasser-Management ist fertig. Bevor sie damit an die Öffentlichkeit geht, will die Kommune die Ergebnisse zunächst mit den Betroffenen erörtern.

KönigsdorfSchon nach dem Hagelunwetter im Juli 2020 hatte die Gemeinde sich erste Gedanken gemacht, wie sich die immer häufiger auftretenden Überschwemmungen im Dorf vermeiden lassen. Im Januar dieses Jahres beauftragte der Gemeinderat schließlich die RIWA GmbH, Gesellschaft für Geoinformationen, mit der Erstellung eines Gutachtens zum Thema Hochwasser-Management.

Die jüngsten Starkregen-Ereignisse, die für heftige Überflutungen in Teilen der Gemeinde sorgten (wir berichteten), haben die Dringlichkeit eines Konzepts unterstrichen. Konkret geht es um die Fragen, woher bei Unwettern die Wassermassen in der auf einem Moränenhügel thronenden Gemeinde kommen, wohin sie fließen und welche Lösungsmöglichkeiten es gegen Sturzfluten wie etwa an der Osterhofener Straße gibt.

„Die Ergebnisse liegen nun vor“, sagte Rainer Kopnicky am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Einzelheiten wollte der Bürgermeister noch nicht preisgeben. Dies sei mit den Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltung abgesprochen worden. „Wir werden die Ergebnisse zunächst Mitte September gemeinsam mit der Firma RIWA, den Fraktionsvorsitzenden und den Hauptbetroffenen an den Brennpunkten erörtern und versuchen, Lösungen herauszuarbeiten.“ RIWA werde bei diesen Terminen auch Vorschläge unterbreiten. Danach wolle man eine Broschüre herausgeben, eine Art Bürgerinformation sowie die Öffentlichkeit via Presse und Gemeindeblatt über das weitere Vorgehen informieren.

Kopnicky, dem eine Lösung der Hochwasserprobleme in seiner Gemeinde sichtlich am Herzen liegt, betonte, dass sich die Thematik nur lösen ließen, „wenn wir alle zusammenhelfen“. Dies sehe auch die Firma RIWA so. Gemeinde, private Grundstückseigentümer und Betroffene müssten miteinander arbeiten, so die Experten, um die gegenwärtige Situation zu verbessern.

Da kommt eine Mammutaufgabe auf uns zu

Bürgermeister Rainer Kopnicky

Kopnicky sprach nochmals eines der Hauptprobleme bei den jüngsten Unwettern an. Die Sturzfluten seien sehr schwer in den Griff zu kriegen, wenn innerhalb von wenigen Minuten massiver Hagel, Laub und Äste alle Gullys verstopfen. „Trotzdem müssen wir versuchen, unser Regenentwässerungssystem zu verbessern. Wenn wir wissen, woher das Wasser kommt, können wir es vielleicht vorher ableiten, abpumpen oder zurückhalten und dann verzögert abfließen lassen, sobald das Unwetter vorbei ist.“ Auch stelle sich die Frage, was der private Grundstückseigentümer tun kann, um sein Anwesen zu schützen. Kopnicky ahnt: „Da kommt eine Mammutaufgabe auf uns zu.“

In Zusammenhang mit den zunehmenden Starkregen-Ereignissen, sagte der Rathauschef, sei zudem ein fast vergessenes Thema aus der Mottenkiste geholt worden: Hagelflieger. Derartige Flugzeuge seien noch im Landkreis Rosenheim stationiert. „In der Bürgermeister-Dienstbesprechung am 27. September“, so Kopnicky, „wollen wir besprechen, ob sich auch unser Landkreis derartige Flugeinsätze bei uns vorstellen kann“. In die Diskussion wolle man auch mögliche Auswirkungen auf die Umwelt – Hagelflugzeuge versprühen Silberjodid, das, vereinfacht gesagt, Hagelwolken früher abregnen lässt – sowie die Kosten einbeziehen. Er, sagte Kopnicky, sei „jedenfalls dazu bereit, als Gemeinde Königsdorf unseren Obolus zu leisten, wenn sich mit dem Einsatz von Hagelflugzeugen Unwetter verhindern oder abmildern lassen“.  

peb

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