Nach kontroverser Diskussion

Gemeinderat schickt Bebauungsplan Niederham ins Verfahren

  • vonPeter Borchers
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Der erneuerte Bebauungsplan für den Ortsteil Niederham beschäftigt den Königsdorfer Rat schon länger. Trotz einiger Vorbehalte gab das gremium nun seine Zustimmung.

Königsdorf – Schon nach der November-Sitzung des Gemeinderats hatte die Verwaltung den erneuerten Bebauungsplan – er erlaubt jetzt auch eine Bebauung unter der Hochspannungsleitung – für den Ortsteil Niederham „auf die Reise schicken“ wollen, wie Bürgermeister Rainer Kopnicky (CSU) einräumte. Doch bei ein paar Punkten des von Bauamtsleiter André Murach detailliert vorgestellten Werks hatten einige Gremiumsmitglieder Bauchschmerzen (wir berichteten). Hans Hartl (CSU) beispielsweise störte sich an einer fehlenden Wendemöglichkeit für sperrige Fahrzeuge der Müllabfuhr oder der Feuerwehr. Weitere Einwände betrafen die festgelegte Grundflächenzahl sowie die vorgeschriebenen First- (9,50 Meter) und Wandhöhen.

Der von Murach leicht überarbeitete, sich jedoch nach wie vor „stark am Bestand“ anlehnende Plan – die Wandhöhe wurde von 6,40 auf 6,70 Meter erhöht aufgrund der Wärmedämmungsmaßgaben, der Ausbau von Wohnraum oberhalb des Kniestocks ist nun ebenso zulässig wie andere Dachneigungen – fand jedoch auch in der jüngsten Sitzung kurz vor Weihnachten nicht widerspruchslos den Weg durch den Rat.

Luise Seemayer (CSU), als Architektin vom Fach, gefallen die 9,50 Meter Firsthöhe nicht. In Kombination mit dem Mehr an Wandhöhe würde sich das auf die mögliche Dachneigung negativ auswirken, so „nicht einmal einen Quergiebel hergeben“. Seemayer empfahl eine Firsthöhe von 10 Metern. Neben weiteren Punkten monierte die Expertin ebenfalls den im Plan festgelegten Dachüberstand von lediglich 1 (traufseitig) beziehungsweise 1,20 Meter (giebelseitig). „Das bedeutet, dass Balkone nicht überdacht wären. Das ist nicht ortsgerecht, in meinen Augen ein Schmarrn. Wir sollten hier 1,30 und 1,50 Meter reinschreiben.“

Murach drängte zu einem Beschluss, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. „Wenn wir mit dieser Version jetzt nicht ins Verfahren einsteigen können, wird die Überarbeitung erst im neuen Jahr erfolgen.“ Grundsätzlich könne man mit der vorliegenden Planänderung „ins Rennen gehen“, so der Bauamtschef weiter, um herauszufinden, wo man beispielsweise bei den Trägern öffentlicher Belange wie Landrats- und Wasserwirtschaftsamt stehe. „Dann könnte man immer noch, wo es gewünscht ist, Änderungen an den Details vornehmen und in einem beschleunigten Verfahren, das sind dann nochmals zwei Wochen, erneut auslegen.“ In der Februar-Sitzung wäre der Plan bei dieser Vorgehensweise beschlussfähig, so Murach.

Das Gremium folgte der Empfehlung des Bauamtsleiters und stimmte dem Bebauungsplan-Entwurf zu – allerdings gegen das Votum Hans Hartls. Der CSU-Mann hatte zuvor seine Einwände aus der November-Sitzung wiederholt. Straßen, die ohne Wendemöglichkeit im Nirgendwo enden, seien nicht zeitgemäß. „Wir sollten die Fehler, die in der 1960er und 1970er Jahren gemacht worden sind, nicht wiederholen.“  

peb

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