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Die Macher aus Königsdorf (v.li.) Stefan März (Geschäftsführer), Gabriele März ( Prokuristin), Ralph Wuppinger (General Manager), Omar El-Amad (Manager). 

Wirtschaftspreis des Landkreises

Der gute Klang kommt aus Königsdorf

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Königsdorf - Die Firma Stemin aus Königsdorf ist extrem erfahren in der Entwicklung von Konferenztechnik - und extrem erfolgreich. Dafür hat sie jetzt den Wirtschaftspreis des Landkreises erhalten. 

Königsdorf – Fünf Sinne hat der Mensch: Tasten, schmecken, riechen, sehen – und hören. Auf letzteren hat sich die Königsdorfer Firma Stemin spezialisiert. Sie sorgt mit ihren Premium-Produkten für eine bessere Verständigung, und das rund um den Globus. Durchsagen in München zu Zeiten der Wiesn, Konferenzen im Straßburger Europarat, Debatten im Nationalparlament der Dominikanischen Republik? Stemin macht es möglich.

Angefangen hat alles Mitte der 1980er-Jahre im leer stehenden Lagerabteil eines Königsdorfer Lebensmittelgeschäfts. Stefan März und Michael Neuchl (aus deren Anfangsbuchstaben sich der Name Stemin zusammensetzt) tüftelten hier leidenschaftlich vor sich hin. Sehr bald wurde Siemens auf die jungen Männer aufmerksam und verschaffte ihnen Aufträge. „Am Anfang haben wir uns eine Art Baukasten erarbeitet, der uns bis heute zur Lösung vieler Probleme zur Verfügung steht“, erzählt März (59).

Zu dem Königsdorfer Duo stießen Omar El Amad und Ralph Wuppinger. Gemeinsam konzipierte das innovative Quartett die erste computergesteuerte Diskussionsanlage. Sie entwickelte sich zu einem globalen Verkaufsschlager, sogar aus Taiwan kamen Anfragen.

Aufsehen erregte 1998 der Auftrag für das türkische Parlament in Ankara. In diesem Fall ging es nicht nur um Konferenztechnik. Es kam auch weltweit das erste Mal eine biometrischen Identifizierung zum Einsatz. Mit anderen Worten: Eine Abstimmung per Fingerabdruck war möglich.

Angesichts der Auftragslage war es kein Wunder, dass sich der Personal- und Platzbedarf ständig erhöhte. Das Firmengebäude an der Hauptstraße 25 – direkt gegenüber der alten Lagerhalle – wurde mehrmals erweitert. Derzeit wird auf 1400 Quadratmetern Hard-und Software entwickelt und produziert. 25 Mitarbeiter verdienen im Moment ihr Geld bei Stemin, genau die richtige Größe nach Ansicht von Stefan März: „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und wollen es bleiben.“ Ein guter, zuverlässiger Arbeitgeber ist Stemin auch. Nicht umsonst stammt der Vorschlag zur Verleihung des Wirtschaftspreises an Stemin von Königsdorf Bürgermeister Anton Demmel.

In der ganzen Welt ist die Stemin-Technik gefragt

Nun weiß man ja, dass innovativen Ideen Gefahr aus China droht – Stichwort Raubkopien. Davor hat man in der Führungsetage keine Angst. Einfacher Grund: Der Aufwand würde sich nicht lohnen. „Die maximale Stückzahl, die wir produzieren, liegt bei 800 bis 1000 Stück“, erzählt Ralph Wuppinger. Mit anderen Worten: Die Aufträge, die an der Königsdorfer Hauptstraße bearbeitet werden, sind nicht nur hochwertig, sondern auch exklusiv. Wobei: Es muss nicht immer das ferne Ausland sein. Nach wie vor freuen sich die Königsdorfer, wenn ihre Technik auch in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Einsatz kommt – etwa im Sitzungssaal des Wolfratshauer oder Königsdorfer Rathauses sowie im Geretsrieder Eisstadion.

Den größten Auftrag der mehr als 30-jährigen Firmengeschichte hat Stemin zusammen mit einem Partnerunternehmen in Österreich an Land gezogen. In der Alpenrepublik rüsten die Königsdorfer momentan sämtliche Bahnhöfe mit neuer Verstärkertechnik aus. 800 sollen es insgesamt werden, 200 sind bereits in Betrieb. Welcher Zug in Salzburg rechtzeitig kommt, welcher in Wien Verspätung hat, und wo in Graz man jetzt bitte zusteigen sollte: All diese wichtigen Informationen erfahren unsere Nachbarn mittels Königsdorfer Technik. Wie gesagt: Das Hören ist ein wichtiger Sinn. Und Stemin versteht eine Menge davon.

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