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Bäcker und Konditoren sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Sieben Azubis beginnen heute in der Innung ihre Ausbildung. 

Ausbildungsjahr startet

Das Handwerk sucht Nachwuchs

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    Patrick Staar
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Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Ausbildungsjahr startet unter relativ guten Voraussetzungen: Viele Betriebe konnten ihre Lehrstellen besetzen. Allerdings nicht alle. Das Handwerk könnte noch mehr Nachwuchs gebrauchen.

In der Bäckerei von Konrad Stelmaszek fangen heute zwei Auszubildende an. Damit ist der Obermeister der Bäcker-Innung zufrieden. Insgesamt ist noch Luft nach oben: In den Innungsbetrieben beginnen heuer sieben Bäcker und elf Bäckereifachverkäuferinnen ihre Lehre. „Das ist ordentlich, das Doppelte wäre aber auch nicht verkehrt“, sagt Stelmaszek.

Im Juli waren im Landkreis noch fast 300 Ausbildungsstellen unbesetzt, berichtet Arbeitsamt-Sprecherin Katharina Kristen. Auf der anderen Seite seien noch 150 Jugendliche auf der Suche. Beides dürfte inzwischen aber deutlich weniger geworden sein. Neue Zahlen werden am 1. September veröffentlicht.

„Viele strömen in den kaufmännischen Bereich oder in Berufe, in denen man nicht so schmutzig wird“, sagt Kristen. Im Landkreis sei oft auch die Infrastruktur ein Problem. „Wenn der Lehrling in Bad Heilbrunn wohnt, kommt er nur schwer zur Ausbildung nach Wolfratshausen.“

Im Einzel- und Fachverkauf waren im Juli noch 70 Stellen offen. Auch die Bäckerinnung könnte noch Azubis im Verkauf gebrauchen. „Die Filialisierung ist nicht unerheblich“, sagt Stelmaszek. „In vielen Supermärkten gibt es Backshops.“ Und da sei es gut, nicht nur angelernte Kräfte beschäftigen zu müssen.

Auch im Hotel- und Restaurantfach meldet das Arbeitsamt offene Stellen. Kein Wunder: „Wegen der Arbeitszeiten an Wochenende, an Feiertagen und abends sind wir im Gastgewerbe nicht so attraktiv“, sagt Doreen Lorenz, Geschäftsleiterin des Gasthofs Oberhauser in Egling. Es sei sehr schwierig, Lehrlinge zu bekommen. Wenn in der Verganheit mal eine Bewerbung gekommen sei, sei sie meist nicht brauchbar gewesen. In diesem Jahr sei es dagegen „erstaunlich gut“ gelaufen. Es galt das Motto: Wenige, aber gute Bewerber. Die Lehrstellen als Koch, Hotel-Fachfrau und Metzger konnten allesamt besetzt werden. Nach wie vor auf der Suche ist der Eglinger Betrieb nach einer Metzgerei-Fachverkäuferin.

Ganz anders sieht es in den Betrieben der Friseurinnung aus. „Der Nachwuchs ist etwas karg“, sagt Obermeisterin Brigitte Bogner, die ihren Salon in Bad Tölz hat. Es seien zwar genug Auszubildende, um eine Klasse zu bilden, die Zahl an Bewerbungen werde aber seit Jahren geringer. „Ich glaube, das Handwerk hat keine gute Lobby“, sagt Bogner. Warum immer weniger den Friseurberuf erlernen wollen, kann die Obermeisterin nicht sagen. „Es ist ein wunderschöner Beruf.“

In der Schreinerinnung hat das Berufsgrundbildungsjahr bereits im August begonnen. „Es haben über 50 Lehrlinge in Miesbach angefangen, das sind mehr als je zuvor“, sagt Innungsmeister Josef Oswald. Trotzdem würden aber einige Betriebe noch einen Azubi nehmen, wenn einer da wäre. „Wie im vergangenen Jahr könnten wir noch mehr brauchen.“

Keine Nachwuchssorgen gibt es bei der Wolfratshauser Firma Weber Schraubautomaten. Für die sechs Lehrstellen meldeten sich 30 überwiegend gut geeignete Bewerber. „Dieses Jahr war es einfach, die Stellen zu besetzen“, sagt Werner Späth, Leiter der Ausbildungsabteilung. In Spitzenzeiten gab es bis zu 80 Interessenten, „aber viele waren einfach nicht geeignet.“ Späth kann nicht erklären,warum es heuer besser bei der Bewerbersuche gelaufen ist: „Wir waren auch im vorigen Jahr viel an Schulen unterwegs.“

Auch die Geretsrieder Firma Tyczka hatte nicht die geringsten Probleme, die fünf Ausbildungsstellen zu besetzen: „Es ging ganz locker“, sagt Personal-Sachbearbeiterin Judith Diebl.

Alle Jugendliche, die noch keine Ausbildung haben, können einen Termin zur Berufsberatung beim Arbeitsamt vereinbaren, Telefon 08 00/4 55 55 00. Die Nummer ist kostenfrei, Termine sind in Tölz oder Wolfratshausen möglich. Dort gibt es auch Informationen zu Bildungsmaßnahmen. Mit ihnen können Jugendliche, die nicht so gute Schulnoten haben, ein Jahr sinnvoll überbrücken oder „Nachhilfe“ in der Ausbildung bekommen.

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